106 Seide und Seidenbau.
schmalen Seite stehen. Auf der unteren Seite werdendiese Rahmen drei- bis viermal überö Kreuz mit mäßigstarkem Bindfaden bezogen; man belege den durch diesesBeziehen gebildeten Boden inwendig mit Papier oderauch mit Leinwand, welches beides an die hölzernenRänder inwendig mit Kleister angeklebt wird, wodurcheine Art Kisten entsteht, in welche man die Raupenlegt, und sie auf die mit Latten verfehenen Gerüstesetzt. — Herr Matteo Liverati giebt in seinemoben angeführten Werke ein kleines selbst erfundenesGestell, welches er Chinesisches beweglichesSeidenwürmergestell nennt, an, und sagt, daßihm solches bei der Auferziehung der Würmer über-Haupt, und dann auch dadurch, daß er eine beträchtlicheAnzahl Würmer in einem so kleinen Raum bei einan-der halten konnte, sehr Vortheilhaft gewesen. Es ge-währt überhaupt die Bequemlichkeit, daß es zwei Per-sonen, auf jeder Seite eine, anfassen, und wenn es kaltin der Stube wird, näher zum Ofen hin, und wennman wieder eingeheitzt hat, weiter vom Ofen abrückenkönnen, welches nur Behutsamkeit, aber keine großeBemühung erfordert. Fig. 8630 giebt eine Ansichtdieses Gestells, welches jeder Tischler nach derselbenwird anfertigen können, und daher bedarf es hier einerweitläuftigen Auseinandersetzung nicht. Die Höhe desGestells beträgt 7 Fuß, der oberste Scbieber ist 4 Zolltief unter dem obern Ende des Gestells anzubringen,und bei den dazu gehörigen zwanzig. Schiebern, zwi-schen jedem, den Raum des Schiebers mitgerechnet, 4Zoll Abstand zu beobachten. Den Schieber selbst,zeigt Fig. 8631. diesem gleich müssen auch die übrigenseyn. Man macht ihn aus Holländischer Pappe, diegewöhnlich 2 Fuß 4 Zoll Länge und 1 Fuß 7 ZollBreite hat, und klebt oder leimt diese dann an einenRahm von einem Zoll Breite auf allen Seiten. Wereine große Anzahl Seidenraupen erziehen will, kann