282 Seide und Seidenbau.
Unternehmern beschwerlich und Gewinn vermindernd inden Weg treten können, beseitigen. —>
Aus dem obigen Aufsätze von einem sehr unterrich-teten, sowohl die SkaatSwirthschaft im Allgemeinen,als auch die einzelnen Zweige derselben kennendenManne, gewahrt man, wie wichtig der Seidenbau einemLande, in welchem er keine Hindernisse zur Betreibungfindet, werden kann. Es ist merkwürdig, daß HerrBolza nivor fünf Jahren, im Jahre 1825, den Sei-denbau in den Preußischen Staaten wieder öffentlichhurch seine Versuche im Großen ins Leben rief, indemgerade von dieser Zeit ab gerechnet vor vierzig Jahren,im Jahre 1785, in den Preußischen Staaten auch einItaliener, Ijamens Matteo Liveratiin PotSdam,ein Werkchen über den Seidenbau, welches er dem da-maligen Königs, wirklichen geheimen StaatS-KriegS-und Finanzminister Freiherr« von Werder zueignete,heräusgab, worin er denselben, als einen dem Preußi-schen Staate höchst wichtigen Erwerbözweig empfiehlt,und ihn am Lebensende Friedrichs des Großen,des Schöpfers desselben, wieder neu zu beleben sucht.Er sagt in der Vorrede zu dieser kleinen Schrift, S. X.U. f.:
Ich getraue mich ohne Scheu zu behaupten, daß beifleißiger und verständiger Nachahmung des Italienische»Verfahrens, in Sr. Königl. Majestät Staaten, beson-ders im Brandenburgischen, sich nicht das geringste finde,was einem glücklichem Fortgange des Seidenbaues bm-derlich seyn könnte; denn man irrt sich, wenn man überdas hiesige Klima Klagen erheben will. Der Anfangist in jeder Sache, also auch bei dem Seidenbaue schwer,man erfuhr es in Deutschland und auch hier; allein nunisi die erste Schwierigkeit überwunden, die Sache ist ein-geführt, und die Anstalten zur Beförderung derselbennehmen allenthalben, besonders aber im Braudenburgi-schen, wo der Boden für die Manlbeerbäume vortrefflich