Seidenmanufaktur. 407
entweder gar nicht arbeiten, oder wenn sie arbeiten, sosind die Produkte, die sie liefern, nur schlecht, weil siebloß ums Brod arbeiten. Dieses war in dem verwi-chenen Jahrhunderte der Grund, daß die Seidenfabri«ken Kalabrien^ nicht empor kommen konnten. In die-sem Jahrhunderte, bei dem kurzen Wechsel der Regie-rung, haben sich die Seidenfabriken wieder zu heben an-gefangen, und es soll auch gegenwärtig in diesem Ma-nukakturzweige viele Thätigkeit herrschen. UebrigenSrechnete man in den 1780er Jahren, daß Kalabrienjährlich 800,000 Pfund rohe Seide, um sie weiter zuversenden, nach Neapel schickte, und die Abgaben, diedarauf liegen, schätzt man 42^ Gran das Pfund. DieSeide durch die Bank auf 2 Dukati das Pfund gerech-net, beträgt für Kalabrien 1,600,000 Dukati. DerSchleichhandel soll beinahe eben so viel betragen. DieSeidenfabriken in Katanzaro sind die beträchtlichsten zdann folgen diejenigen von Monteleone und Reggio.In Messt na wurde es schon zu Ende des verwichene»Jahrhunderts in den Seidenmanufakturon sehr lebhaft,durch Aufhebung der vielen drückenden Abgaben. Vondiesem Platze wurden jährlich, den Schleichhandel unge-rechnet, 200,000 Pfd. rohe Seide ausgeführt. DieseStadt hat mit Palermo die Stapelgerechtigkeit von al-ler in Sicilien gezogenen Seide. Der größte Theil derSeide geht nach Frankreich, der übrige nach Toökanaund Genua. Im letzten Drittel des 18ten Jahrhun-derts waren in Messi'na 1200 Weberstühle beschäftiget,aber ihre Waaren finden, der geringen Güte wegen, fastnirgends anders Absatz, als in der Levante, und größ-tentheilö auf Französischen Schiffen. In Sicilien selbstschätzt man die gewonnenen Stoffe sehr wenig, und nurdie Armen, die fremde Stoffe nicht bezahlen können,tragen sie. Die Hauptseidenzeuge, die in Messina,Katanien, Jaci und Palermo, wo nur allein Fabrikensind, verarbeitet werden, heißen tersuLoHi molls und