530 Seidenwirkerey.
Bei dem gestreiften Atlas muß der Fabrikant gleichfalls !eine genaue Berechnung der in diesem Zeuge enthalte. >uen Streifen anstellen, und darnach die Rollen mitSeide zu den Streifen ordnen. Er steckt nun so vieleRollen, als seine Scheevlatte oder Scheerbank nur fas.sen kann auf, und da die Streifen verlegt werden sol.len, wenn er die Kette auf den Baum bringt, so scheretder Fabrikant auch einen jeden Streifen so vielmal, als erihn durch das Ganze braucht. Angenommen der Fabri.kant wolle nach seinem Muster farbige Streifen aufeinem weißen Grunde bilden, und der gestreifte Atlassoll ^ Ellen breit, 1000 Riet hoch im Blatte stehen,und in drei Theile getheilt seyn, so kommen in jedenTheil ^ Elle und also 333 Riet, zu jedem Theile diesesnur einfach sein sollenden Atlasses müssen noch IMKettenfäden kommen, welches durch alle drei Theile3MFäden beträgt, weil ein Riet im Ganzen bei der Thei-lung abgebrochen ist. In jedem Theile sollen sich dreiBindenstreifen auf dem weißen Grunde bilden oder andrei Stellen aus verschiedenen schmalen und breitenStreifen ein verbundenes Ganzes entstehen. PerGrund in jedem Theile nimmt drei Stellen ein, nämlichzwei breite und eine schmale Stelle, worin in den beidenersten Theilen die letzten schmalen Grundstellen mit derschmalen in dem folgenden Theile zusammen ein Ganzesausmache»; denn da dieser Zeug mit einer Bande Strei-fen anfängt und auch so beschließt, so können sich nuracht breite Stellen des Grundes im Ganzen bilden.
Zu diesen Grundstellen werden also überhaupt 400 Rieterfordert, da jede Stelle aus 50 Riet bestehen soll, esbleiben also noch zu den Streifen 600 Riet. Weilaber bei der Zertheilung des Ganzen ein Riet abgeht,so wird dieses vom Grunde abgebrochen, um die Zahlvon 600 Riet zu den Streifen ganz zu behalten. Manerhält daher zu jedem Theile der Figur 200 Riet, wovondie Streifen gebildet werden sollen. Die Farben sollen