Z48 Seidenwirkerey.
Seidenwirker dienen aber die gedachten dünnen Rohr-stäbchen zum Wegweiser, daß er nämlich allemal weiß,wie weit er mit dem Einlesen vorgerückt ist, um sichnicht zu verirren; denn er hat diese Rohrstäbchen der-gestalt auf die Patrone gestellt, daß sie immer aufderLinie derjenigen Quadrate liegen, die er einliefet, damiter weiß, nach welcher Stelle der Patrone er jedesmaleinliefet; und so rückt er bei dem Einlesen von einerLinie zur andern fort, ohne sich zu verirren. Die Figurentsteht in dem Grunde dadurch, daß sich die Fäden anden Stellen, welche sie bilden sollen, immer bei dem fol-genden Zeuge wieder in die Höhe begeben, und zwar solange, bis die Stelle gebildet ist. Der Kettenfadenbleibt also in diesem Falle so lange auf dem Einschlag-faden liegen, bis sich durch die Kettenfäden die Fi-gur gebildet hak. Die neben angränzende Stelledes Grundes entsteht dadurch, daß hier die Fäden indem Zuge beständig wechseln, so daß ein Kettenfaden imGrunde, der bei dem vorigen Zeuge erhöhet war, beidem folgenden zweiten unten ist, und so fort. In dergezeichneten Patrone sind die Figurenstellen nicht punk-tirt, sondern ganz mit Schatten angefüllt. So vieleQuadrate eine solche Stelle in gerader Linie einnehmen,so vielmal bleibt auch in solchen Stellen der sich bildendeKettenfadenbeständig erhoben, und sein Nachbar unten.Die Figur entsteht auf folgende Weise. Sobald derFabrikant seine Patrone in alle vier Theile der Bran-chen eingelesen hat, so muß er die Branchen an denStuhl bringen. Jeder Theil der Kegel ist gezeichnet,und der Weber kann sich daher nicht verirre». Ernimmt nun den Stock mir dem ersten Theile der Kegel,wo er sich einen einzigen Knoten zum Merkmale macht,bringt solchen an den Stuhl neben dem Collebrett vordie Hauptbranche», so daß er hinten bequem im Werkegehen kann. Den Stock befestiget er an den Stuhl.Die Hauptbranchen werden durch die Löcher des Colle-