706 Nachtrag zum Art. Seidenhasenhaar.
mit einer Spindel. Man hak gefunden, oder will ge-funden haben, daß die Fabrikate aus bloßen Sei-denhaaren beim Gebrauch zu weich seien, es müßtedaher denselben Baumwolle zugesetzt werden. DerZusatz von Baumwolle kann auf verschiedene Weisegemacht werden. Man kratzt entweder die Baumwollegleich unter das Seidenhaar und spinnt die solcher ge-stalt vermischte Masse zusammen, oder man kratzt undspinnt jedes besonders, und legt dem nächst beim Zwir-nen einen oder Zwei Fäden Baumwolle an das Sei-denhaar. Einige wollen den dritten oder vierten, an-dere den sechsten, auch achten Theil Baumwolle zusetzen.Es ist zwar gewiß, daß die Kleidungsstücke, welche ausvermischten Seidenhaaren gemacht sind, je nachdemVerhältniß des Zusatzes von Baumwolle, stärker wer-den; allein eS ist auch leicht zu begreifen, daß sie nacheben diesem Verhältnisse des Zusatzes, das Weiche,Angenehme und Erwärmende verlieren müssen. Wemalso hieran mehr, als an der Stärke gelegen ist, derkann den Zusatz immerhin weglassen. Bei dem mitBaumwolle vermischten Seidenhaar tritt inzwischennoch der unangenehme Umstand ein, das letzteres alsdas weichere und zartere, sich nicht in der Baumwollehält, sondern beim Gebrauch nach gerade sich losgiebtund davon fliegt, so daß am Ende die Baumwolle bei-nahe allein übrig bleibt. Wenn aber auch gleich einFabrikat von bloßem Seidenhaar, zumal wenn dasGarn nicht gleich stark und dicht gesponnen oder ge-strickt seyn sollte, leicht bricht und Löcher bekommt, soist dagegen auf der andern Seite nichts leichter zu fiik-ken oder auszubessern, als diese Brüche oder Risse. Deran sich rauhe Faden, womit das Loch zugemacht wird,verliert sich sehr leicht mit den übrigen, und man spürtbeim Tragen, z. B. der geflickten Strümpfe, nicht dieUnbequemlichkeit, die sonst bei Baumwolle oder Wolleentsteht, daß es nämlich aufträgt oder ungleich wird,