Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
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2 Säure.

Scheele's Feucrluft — das säurem ach endePrinzip sei, welches dadurch, daß es sich mit ge-wissen Substanzen verbindet, welche man säure-bare Grundlagen (auchGrundlagen der Säuren (rackieanx) nannte.Sauren bilde; und daß die Säuren ihre sie alsSäuren charakterisirenden Eigenschaften verlieren,wenn ihnen dieser Bestandtheil entzogen wird. Die-ser Stoff selbst besitzt aber nicht die Eigenschafteiner Säure, bloß wenn er sich als Bestandtheilmit gewissen andern Substanzen verbindet, erhaltendiese dadurch die Eigenschaften der Säuren.

Nach den neueren Ansichten von Gay Lüssacmuß jeder Körper, welcher die alkalischen Eigenschaftensättiget, gleichviel, ob er Sauerstoff enthalte oder nicht,als eine Säure betrachtet werden. Auch dem Haupt-kennzeichen der Säure, daß nämlich alle dahin ge-hörige Substanzen eine eigenthümliche Geschmacks-empfindung, welche wir sauer nennen, erregenmüssen, sind wir ungetreu geworden, indem wirSubstanzen für Säuren erklären, wie z. B. dieoxidirte Salzsäure, Blausäure :c., welche keinensauren Geschmack hervorbringen. Auch der seit La-voisier völlig als erwiesen betrachtete Satz, daßalle Naturkürper, welche den Säuren beizuzählensind, Verbindungen von Sauerstoff mit einer Basissind, hat einen Stoß bekommen, da der Schwefel-Wasserstoff, die Blausäure, Blasensteinsäure, derChlorin-Wasserstoff und der Iodin-Wasserstoff saureEigenschaften besitzen, ohne Sauerstoff zu enthalten.

Gap Lüssac giebt folgende Klassifikation derSäuren: die erste Gattung enthält diejenigen Säuren,welche man als eigentliche Säuren, worin derSauerstoff das säuremacheude Prinzip ist, ansehenkann, und welche nur aus zwei Bestandtheilen be-stehen, es sind: Schwefelsäure, schweflichte Säure,