68 Savonnerie.
Erfindung ihren Ursprung genommen, da einigeSchriftsteller bis zu den Zeiten der Stiftshütte hin-aufgehen, und die Hohenpriesterliche Kleidung, welcheGott dem Moses zu machen befahl, daher leiten,obgleich dieser Schmuck der Stiftshütte und desHohenpriesters nicht zu dieser Art der Manufaktur,wovon hier die Rede ist, gehört: denn er war nurvon gefärbter Seide, so ist doch gewiß, daß dieseWeberey sehr alt ist, weil sie schon den alten Per-fern bekannt gewesen, und sich auch bis auf denheutigen Tag in der Levante erhalten hat. In Frank-reich hat diese Tapetenweberey, zur Zeit des Ein-bruchs der Sarazenen, daselbst ihren Anfang ge-nommen. So sollen sich unter Karl Martel einigeSarazenische Weber in Frankreich niedergelassen,und Tapeten, nach der Art ihres Landes verfertigethaben. Der Beweis davon, sind die Verordnungen,die in dem Chatelet zu Paris für die Zunft derTapetenwürker in dieser Stadt ausgefertiget wordensind; denn nach den Statuten dieser Zunft werden, die Sarazenischen Weber für die ältesten unter ih-nen angesehen. Unter Heinrich dem Viertenverbesserte sich dieser Zweig der Manufakturen ein-zelnem, obgleich man von den einmal eingeführtenHandgriffen nicht abging. Zu Ende des sechzehntenund im Anfange des siebzehnten Jahrhunderts, stiegdiese Kunst noch höher; denn der schon oben er-wähnte Peter Düpont, ein in Wissenschaftennicht unerfahrener Mann, hatte zu seinem Vergnü-gen die Kunst zu illuminiren gelernt, welche damalssehr im Gange war. Da er nun in dem Kriege mitder bekannten Ligue in schlechte Umstände geriethund seine Güter verlor, so suchte er seine gesunkenenVermögenöumstände wieder durch Tapecenwürken zuheben, und wählte dazu die Weberey nach der Sa-razenischen oder Türkischen Art. Der damals Herr-