M. Schach.
beim Schachspiele wieder erholt und zu neuen Gei-stesqnstrengungen gestärkt habe. Ein Recensent machthierüber, im i zten Stück der Erfurter gelehrten Zei-tung," folgende Bemerkung: „Es ist zwar allerdingsgegründet, was der Verfasser sagt, daß schon Ab-wechselung der Materie, Abspannung sei; allein wenndieserZweck erreicht werden, wenn dieses Spiel unsErholung von Arbeiten des Geistes gewähren soll,so muß schon eine große Liebe und Neigung zu dem-selben bei uns vorhanden seyn, und wir müssen esauch darin, wie der Verfasser, schon durch Uebungzu einem gewissen Grade von Fertigkeit gebracht ha-ben, daß es uns nicht mehr so mühsame Anstren-gung und Nachdenken kostet. Ob aber das Schach-spiel, da es doch immer einen hoben Grad von Auf-merksamkeit und Anstrengung des Geistes, selbst vondem geübtesten Spieler, fordert, dem vom Nachdenkenermüdeten Geiste die volle Erholung schenken könne,die zum Beispiel ein gutes Schauspiel oder Concert,oder eine ausgesuchte Gesellschaft gewährt, daranmöchte Recensent sehr zweifeln. Lieber sollte mandasselbe denen empfehlen, deren gewöhnliche Geschäfteeben so viel Nachdenken fordern. —"
Da das Schachspiel sehr viel Ueberlegung,Klugheit und Vorsicht erfordert, und nur dieses alleinin ihm den Sieg entscheidet, so scheint es mir sehrgerathen, Jünglingen dieses Spiel besonders zu em-pfehlen, weil sie dadurch nicht nur im Nachdenkengeübt werden, indem sie mit Ueberlegung nach desGegners Spiel einen Plan schnell entwerfen müssen,um den entgegengesetzten zu vereiteln, und sich denWeg zum Siege zu bahnen, sondern weil es auchein ruhiges Nachdenken, ohne leidenschaftliche Leben-digkeit, wie solches bei anderen Spielen, hauptsäch-lich aber bei den Kartenspielen der Fall ist, gewährt,* 1791, S. 115 ». f.