Schaf und Schafzucht. 553
Kennzeichen, eines guten Widders sind: ein starkerdicker Kopf, breite Stirn, große schwarze Augen,eine stumpfe Nase, große Ohren, ein dicker Hals,ein langer und erhabener Leib, hreiteö Kreuz undNieren, starke Hohen und ein langer Schwanz; diemeisten Schafböcke, die am Bauche, am Schwanz^auf dem Kopfe, an den Ohren,, bis an die Augenviel Wolke hasten, werden unter allen für die bestengehalten; eben so sollen bei den Schafen auch dieje-nigen. den Vorzug in Hinsicht der Vermehrung ver-dienen, welche mit der häufigsten, dicksten, längstensseidenartigsten und weißesten Wolle behängen sind;besonders wenn sie dabei einen starken Leib, dickenHals und leichten Gang zeigen; auch haben wieder-holte Beobachtungen gezeigt, daß die mageren Schafbzur Fortpflanzung ihres Geschlechtes weit geschicktesals die fetten sind. Die Hitze der Schafe dauertvom Anfange des Novembers bis zu Ende des.Aprils. In der Zucht kann man durch erhitzendeNahrung,. als gesalzenes Wasser und Leinkuchen, zuaßen Zeiten die Schafe zum Empfangen tüchchg ma-chen uyd den. Widder zur Begierde anreizen. JedesSchaf wird gemeiniglich drei bis viermal belegt; sietragen dann fünf Monat und pflegen zu Anfange-des sechsten z» lammen. Gewöhnlich werfen sie mueein Lamm, zuweilen auch zwei. In warmen Kli-mmten lammen sie. auch wohl zweimal in''einemJahre, Milch haben sie sieben bis acht Monatefang im Ileberflusi. In der Zucht bleiben gut ab-gewartete Schafe fähig so lange sie leben, zehss biszwölf Jahre, ihr Geschlecht fortzupflanzen; gewöhn-lich pflegen sie aber im siebenten oder achten Jahreschon alt und gebrechlich zu seyn. Der Widder,dessen Lebensdauer wohl zwölf bis vierzehn Jahrewährt, ist zur Zeugung nur bis ins achte Jahr ge-schickt; man muß ihn nach dieser Zeit schneiden »dev