Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
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Schaf und Schafzucht. 617

dem freien und unabhängigen Thieren; allein inder Geschichte des Ochsen oder Schafes, hat Bus-sen alle Ochsen auf einen Ochsen und alle Schafeauf ein Schaf gebracht, weil er für gewiß annimmt,daß nicht die Natur, sondern die Cultur, die Kunstdie verschiedenen Racen, die oben angeführt worden,hervorgebracht hat. Alle Ochsen vermehren sich miteinander; alle Schafe zeugen unter sich, mit demMuflon und sogar mit dem Ziegenbocke Junge, wo-von uns die Versuche von Nux und die Zeugnissevon Mentzeliuö und Kalm überzeugt haben.Auch Büffon behauptet aus Erfahrung, daß so-wohl alle Ochsen, als alle Schafe nur eine Gattungausmachen, so ausgebreitet auch ihr Geschlecht im-mer seyn mag. Nach dem erwähnten Schriftstellermuß man die Natur nicht nach kleinen besonderenKennzeichen beurtheilen, sondern nach dem All, wiesie sich uns zeigt, und dieser Meinung ist auchGmelin. Andere Naturforscher, und besonders dieschon oben erwähnten Systematiker, wollen hiermitnicht übereinstimmen; so z. B. haben Brissen,sinne, Exleben und Andere, denAdimain undden StrepsiceroS als besondere Arten angeführt.Auch will man das Zeugen der Jungen unterein-ander für keinen Beweis gelten lassen, daß sie eineArt ausmachen; ja selbst wenn die Blendlinge oderzweischichtige Jungen auch wieder fruchtbar sind, soist es dennoch zweifelhaft, ob solches ein untrüglicherBeweis sei, daß ihre Aeltern einerlei Art Thieregewesen; so zeugen der Fuchs und der Hund, der Bockund das Schaf fruchtbare Jungen; unter den Vö'-geln, der Stieglih und Kanarienvogel rc. Alleindieses scheint dennoch ein sicheres Merkmal zu seyn,indem das Pferd und der Esel sich zwar begatten,aber keine fruchtbare Jungen zeugen; obgleich nach