Schaf und Schafzucht. 713
unterhalten wird, und die nöthigen Bücher und Instru-mente werden ihm angeschafft. Die Privat-Perso-nen zahlen für alles dieses nur 22 Franken, dieSchäfer speisen und wohnen mit den Lehrlingen derThier-Arzneischule zusammen, und stehen unter der-selben Aufsicht und Zucht. Der Unterricht der Schä-ferschule dauert ein Jahr und zerfallt in drei Theile.In den ersten vier Monaten werden die Anfangs-gründe der Anatomie der Schafe, die Grundsätze derPhysiologie, der Naturlehre rc. gelehrt. Die folgen-den vier Monate werden zur Erlernung von derDiät, von der Erhaltung und Gesundheit ver Schafeund Verhütung der Krankheiten, der Naturgeschichtederselben und der Lehre von Veredlung der Racenangewendet, dabei wird gelehrt, wie die Ställe be-schaffen seyn und die Schafe darin gehalten, wie siegefüttert, gehürdet und gewartet werden müssen. Inden letzten vier Monaten erlernen die Zöglinge dieBehandlung der Krankheiten, denen die Schafe un-worfen sind, die vorkommenden chirurgischen Opera-tionen, die Zubereitung der Heilmittel rc.
Außer den Stammherden zu Rambouillet, Per-pignan, Pampadour und Alfort, giebt es noch einegroße Anzahl theils ächt Spanischer, theils im voll-kommensten Grade veredelter Schafe in Frankreich.In den ersten Jahren des gegenwärtigen Jahrhun-derts betrug diejAnzahl der in allen Theilen des Fran-zösischen Reiches befindlichen Schafe dieser Art übereine Million, und im Jahre ign besaß das ganzeFranzösische Reich, mit Inbegriff der Rheindeparte-mentS überhaupt zo Millionen Schafe, welche aberdurch die späteren unglücklich geführten Kriege undden daraus hervorgegangenen Länderverlust wahrschein-lich um mehr als ein Drittheil weniger gewordensind. Unter dieser Anzahl befanden sich gewiß an2 Millionen Spanischer und veredelter Schafe, diese