Schaf und Schafzucht. 727
den Hof gehende Gatterthore, jedes einen Fuß breit.Die Ställe hängen inwendig an einander. Lichtund Luft erhalten sie ringsherum durch Fenster undgroße Oeffnungen in den Wänden. Die Raufenund Krippen sind ringsherum an den Wänden undin der Mitte der Ställe so angebracht, daß die gan-ze Herde zugleich gefüttert werden kann, ohne daßdie Schafe sich drängen. Durch bewegliche Wändekann man die nöthigen Abschläge größer und kleinermachen. Am Eingänge des Vodergebäudes stießtein Bach, an dessen Ufer eine gepflasterte, ;o Teu-fen oder Zoo Pariser Fuß breite Tränke befindlichist. Die nöthige Weide erhalten die Schafe vonden Zao Morgen Wiesen, in deren Mitte die Schä-ferey steht, auch liefern sie das benöthigte Futter,wenn die Schafe in der Ebene bleiben, nämlich vornletzten Tage des Octobers bis zur Hälfte des Ju-nius. Um diese Zeit bringt man sie in die Alpen,wo ihnen ein neuer Frühling die reichlichste und aucheine bessere Weide darbietet, als sie in der Ebeneverlassen haben.
Die Böcke werden nicht vor dem dritten unddie Mutterschafe nicht vor dem zweiten Jahre zurZucht gelassen. Die Sprungzeit dauert vierzig Tage,nach deren Verlauf bringt man die Böcke wiederin die abgesonderten Herden. Im December fallendie Lämmer. Jedes Lamm saugt nur seine Mutter;nach vierzehn Tagen werden sie zwar getrennt,allein man entwöhnt sie doch nicht eher ganz, alskurze, Zeit vor der Wanderung in die Alpen, wo siedann stark genug sind, diese sieben- bis achttägigeReise auszuhalten. Man scheert die Lämmer imachtzehnten Monate ihres Alters. Die Schafe scheertman vor ihren Wanderungen in die Gebirge,
Das Hürden ist in Italien wenig gebräuchlich,nur in den Gebirgen,, wo die Ställe selten sind,