Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
Seite
7
JPEG-Download
 

Schiffbaukunst. 7

haben, so können die Besteder von der Obrigkeitdes Ortes sich ein Zeugniß geben lassen, daß diesesSchiff von diesem Meister, an diesem Orte erbauetworden, und wird ein solches Zeugniß ein Beilbriefoder Bielbrief genannt. Nach dieser kurzen Ueber-sicht der Theile eines Schiffes, des Zubehörs, derPersonen, die zum Schiffbau gehören rc., wollen wirnun zum Detail des Schiffbaues übergehen.

Von dem Gerippe des Schiffes, oder vonden einzelnen Theilen desselben. Vergleichtman das Gerippe eines Schiffes, Fig. 8135. mitdem Gerippe eines thierischen Körpers, so bilden dieInhölzer oder Spanten die Rippen und der Kielden Rückgrad. Der Kiel ist das erste Stück, wel-ches auf den Stapel gelegt wird. Um sich eine Vor-stellung davon zu machen, denke man sich einen odermehrere schmale Balken, die man mit ihren Endenzusammenstößt und durch Laschlingen und Hakenverbindet, die man an beiden Stücken auf halbesHolz einschneidet. Diese Verbindung auf das halbeHolz wird durch starke eiserne, von unten auf durchden Kiel geschlagene Bolzen, die auf den Kolschwinnauf untergelegten eisernen Platten geklunkcn oder mitSplinten geschloffen worden, festgehalten. Die Längeder Laschungen beträgt gewöhnlich viermal dieDicke des Kiels. Vielleicht würde man ohneNachtheil die Laschungen des Kiels weglassen, unddie Enden der Kielstücke nur stumpf vor einanderstoßen können, wenn man die Kielfugen wieder ge-hörig durch die Stücke des losen Kiels oder des Kol-schwinns verbände. Die mehrsten alten Schiffbauerwollten, daß der Kiel in der Mitte eine Niedcrbugthabe und an den Enden in die Höhe gebogen seynsollte, oder er sollte Bugt haben, damit das Wassersich leichter in der Mitte bei der Pumpe sammeln könnte.Wegen des Unterschiedes der Waffertracht soll dieser