Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
Seite
220
JPEG-Download
 

220

Schiffbaukurist.

vom freistehenden los, steckt dann das Ende wiederdurch die Klüsen ins Schiff, und windet solches ver-mittelst der Spille auf die gehörige Länge ein, wel-ches man Tau klaren nennt; auch geschieht eS wohl,wenn man nur vor einem Anker liegt, daß das Tausich um den Ankerstock schlingt, so daß der Ankeraus dem Grunde gerissen, und triftig, treibend,schleppend, werden kann; in diesem Fall muß sogleichein anderer ausgeworfen und jener zurück gezogenwerden-

Wenn das Schiff unter Segel gehen oder fort-segeln will, oder wenn es sonst seine Stelle verlassenwill, so muß es von dem Grunde losgemacht wer-den, welches auf verschiedene Art ausgeführt wird.Entweder wird der Anker gelichtet und wieder aufden Bug gelegt, oder er wird auf dem Grunde derSee gelassen, und das Schiff macht sich auf eineoder die andere Art vom Ankertaue los. Das Lich-ten geschieht anf zweierlei Weise. Wenn man ihnmit den Booten lichtet, so wird das Boyreep durcheine Spille, die sich zu dieser Absicht im größtenBoote befindet, aufgewunden, bis der Anker denGrund nicht mehr berührt; dann windet man dasAnkertau ebenfalls ins Schiff und zwar auf ebendie Art, wie wenn der Anker auf folgende Weisegelichtet wird: Weil auf großen Schiffen die An-kertaue zu dick und unbiegsam sind, als daß sie aufdie Spille gelegt werden könnten, so gebraucht manein Tau, das 9 bis 12 Zoll im Umfange und indie Länge sechs' Schiffsbreiten hat. Die Enden sindin 6 zusammengeschweißt, so daß es einen Ring bil-det, daher seine Benennung Kabeln ring oderKabelring, sonst heißt es auch Kabelaar oderKabellarga, Fig. 8203. s, Von fünf zu fünfFuß sind Knoten d, Mäuse genannt, angebracht.Soll nun Anker gelichtet werden, so wird dieser Ka-