Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
JPEG-Download
 

Feldzug vom Jahr 1644.

^Frankreich, das seit dem Jahre 1635 und der Schlacht von NördlinM öffentlich frir Merlan,die Schweden sich erklärt, und sowohl mit Oesterreich als Spanien gebrochenhatte, führte von dieser Zeit an in den Niederlanden und in Deutschland, in Italien PuMorfl"'und in Spanien den Krieg. Am glücklichsten waren seine Waffen in Deutschland.

Durch den Tod des Herzogs von Weymar*) hatte es den ganzen Elsaß, die vier Wald-städte und Freyburg erhalten; der Herzog von Lothringen war schon längst zuvor ausseinen Landen vertrieben, und Frankreichs Armeen verfolgten ihre Vortheile bis jenseitsdes Schwarzwalds, um in Schwaben, Franken, und, wäre es möglich, selbst inBayern und die Erblande des Hauses Oesterreich einzudringen. Der Kaiser, derChurfürst von Bayern und beynahe alle Stände des Reichs waren gegen dasselbe ver-bunden; Schweden, die Landgräsin von Hessen-Cassel, der-Churfürst von Trier undder Herzog von Lüneburg waren Frankreichs Bundsgenossen. Zwar saß der Churfürstvon Trier bereits seit 1695 in der Gefangenschaft, und der Herzog von Lüneburg warzu weit von dem Schauplatze des Kriegs am obern Rheine entfernt; aber Schwedenund Hessen waren Alliirte, von denen Frankreich wesentlichen Beystand erhielt.

Im Jahr 174z, als Ludwig der dreyzehnte, König von Frankreich, starb, war Theatrumdie Armee, die in Deutschland agiren sollte, jenseits des Schwarzwaldes Meister von Europaeum,Hohentwiel, einer wichtigen Bergfestung zur Linken der Donau, und von Uberlürgen,einer Stadt am Bodensee. Der Oberste Wiederholt commandirte in Hohentwiel, der cllal 6ue«Marschall de camp, Graf von Courval in Uberlingen, und der Marschall Guebriant die ^mut.Armee. Der Tod des Königs und die neuen Tractaten des französischen Hofs mit die-ser Armee, die größtenteils aus den deutschen weymarschen Truppen bestand, **) hat-

A 2 ten

*) Bernhard, Herzog von Weymar, den Gustav nannte in demselben vier Directoren von seiner Ar«Adolph seinen rechten Arm zu nennen pflegte, starb mce, Reinhold von Rosen, den Graf von Nassau,i6zy im ;6sten Jahre seines Alters zu Neuburg im Erlach und Oheim; diese schlössen mit FrankreichSundgau. Frankreich gewann seine Armee, die er den Tractat, durch welchen die Armee in denbis itzt durch seinen Degen erhalten, und ganz Sold der Krone trat, und alles, was der HerzogElsaß, so dieselbe inne hatte. mit derselben am Rhein erobert, an Frankreich ab«

**) Bernhard machte ein Testament, und er« getreten ward.