15
Feldzug vorn Jahr 1644.
„Ein wenig bor Tages endlich sahe man die Feuer des Feindes schwacher werden.
„Es waren nur wenige Mann von ihnen zurückgeblieben, die es unterhielten, um ihre„Retraite zu verbergen, die ganze Armee aber war im Marsch, um naher an Frcyburg„einer: andern Berg zu besetzen; denn sie hatten mit Recht befürchtet, daß der Herzog,
„den blos die Nacht abgehalten weiter vorwärts zu rücken, gleich mit Anbruch des„Tages auch von seiner Seite sie in der Ebne angreifen würde. Als es nun Tag ge-„nug war auf hundert Schritte weit vor sich zu sehen, schickte der Marschall kleine„Trupps in die Ebne aus; und diese brachten die Nachricht, daß die Feinde sich zurück-gezogen, worauf mit Hellem Tage Türeime aus dem Deftlee in die Ebne rückte, und„den Prinzen zu gleicher Zeit auch von seiner Seite in dieselbe einrücken sah. Die Ar-„meen vereinigten sich; es fand aber der Prinz diesen Tag nicht für gut, mit ihnen Ze-ugen den Berg anzurücken, wo die Feinde eine Stunde von ihrem alten Lager sich wie-der gesetzt hatten. Man recognoscirte aber in der Nahe, und die Bayern, die bereits„ihre Artillerie auf den Höhen aufgeführt, gaben, wein: man sich nahte, Salven.
„Es ist allerdings gewiß, daß, wenn man an diesem Tage angerückt wäre, man sie in„größter Unordnung gefunden haben würde. Aber die Infanterie der Armee des Kö-^nigs war fo niedergeschlagen vom Gefecht der vorigen Nacht, und dem großen Verluste„anOfficiers und Soldaten, daß sie durchaus nicht im Stande war, einen irgends„wichtigen Angriff zu unternehmen. Man verblieb diesen Tag ruhig im Lager; und„es wird gesagt, daß die meisten bayerschen Generale der Meynung gewesen, diese Zeit„zu nützen, um sich durch die Gebirge hinter Freyburg zurückzuziehen und eine Ve-rätzung daselbst zu lassen. Mercy aber behauptete dennoch seinen Entwurf, verblieb,
„machte Verhacke, und warf an den vorthcilhaftesten Stellen kleine Arbeiten auf."
Es liegt zur Rechten des Weges von Breysach, und näher Freyburg als der vo- La Monßrige, ein Berg, der anfangs bis zum Drittel seiner Höhe nicht zu steil ist, sodann aberes um so viel mehr wird. *) Am Gipfel findet sich eine ziemlich flache Ebne, die ohn-gefahr drey bis vier tausend Main: in Schlachtordnung fassen kann, und man sieht anihrem Ende die Ruinen eines verfallenen Thurms, von daraus das höchste Gebirge desSchwarzwalds nach und nach sich erhebt;, weil es aber auch in gleichem Maaße sich ent-fernt , fo beherrscht es nur wenig die Ebne. In der Gegend dieses Thurms postirte derFeldmarschall Mercy den größten Theil seiner Infanterie; der Rest stand hinter einemGehölze weiter zur Rechte«: und näher an Freyburg, und die Reuterey vom Gehölz anbis unter die Festungswerke der Stadt. Die Linier: von der Belagerung schloffen einen
Theil
Pufcndorf und Merian nennen ihn den Burghalder Berg.