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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Seite
17
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I?

Feldzug vorn Jahr 1644.

Es waren ohugefahr zweytausend Schritte von den Truppen des rechten Flügelsbis zu der Höhe, wo der Officier von Flepstein gestanden; und als die Generale denFeind, der in großer Unordnung schien, daselbst recognostirten, hörte man auf einmaleine große Salve von ihm, und die Trompeten und Pauken in voller Musik. DerHerr von Espenan, so die Infanterie des Prinzen commandirte, war in dieser Zeitam Fuße des Berges angelangt, und fand an demselben ein kleines weit vorgerücktesWerk, wo die Feinde einige Musquetiers hingeworfen, und mit dem man nicht vornöthig gefunden, eine Attaque anzufangen. Gegen dies Werk detaschirte der Gene-ral, ohne die Befehle des Prinzen oder des General Grammont abzuwarten, einige In-fanterie, vielleicht in den Gedanken, daß die Sache fo große Folgen nicht haben wirr-te, vielleicht auch, um sich selbst durch eine kleine Unternehmung geltend zu machen.Dies zwang die Feinde zu der großen Salve von dem Berg herunter, weil unsre Trup-pen mit dem Angriffe zugleich auch gegen ihn weiter vorrückten. Es waren die Gene-rale Doubatel und l'Erhelle, die mit der Avantgarde des Marschalls Türenne gegenden Berg anmarschirten, obgleich der Marschall, als er dem Prinz folgte, zuvor mitbeyden gesprochen, und ausdrücklich befohlen, daß sie nicht von ihrem Posten weichensollten, weil der Prinz und er gleich zurückkommen würden. Die Truppen drangendurch einige Verhacke, und stießen jenseits derselben auf ein Werk, wo der Feldmar-schall Mercy mit seiner ganzen Infanterie stand, und auch hier damit stehen konnte,weil er sonst nirgends attaquirt wurde, da die ganze Sache ohne Befehl des Prinzenund des Marschalls geschehn. In diesem Stande waren die Sachen, als die Gene-rale auf den gehörten Allarm in vollem Jagen wieder zurückkamen.

Von der Armee des Prinzen war, die wenigen Musquetiers ausgenommen, mitdenen Espenan die Attaque formirte, auch noch nicht ein einziger Mann angelangt, unddie Türennische Infanterie, die kerne dreytausend stark war, hatte gleichfalls nichtsmit der Attaque gegen diese Verschanzung zu thun, sondern stand noch weit genug da-von, und ohne Befehl was sie thun sollte. Der Prinz verblieb bey dem ersten Corps,das bereits wich, ganz nahe an dem feindlichen Werke, und, wie man also leicht den-ken kann, in keiner geringen Gefahr, besonders weil er kerne Cavallerie zur Unter-stützung hatte, als das einzige Regiment Flüstern, das aber mit bewundernswerthemMuthe das Feuer der ganzen feindlichen Infanterie aushielt, und auch die Hälfte vonseinen Leuten dabey verlor. Türenne gieng zu seiner Infanterie, die nicht im Gefechtwar, um entweder den Rückzug verändern zu erleichtern, oder, wenn es noch Zeitwäre und diese nicht völlig zurückgeschlagen worden, von neuem anzugreifen. Als

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