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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1644.

«Macht über den Rhein, sondern ließ nur kleine Trupps übergehen, und stand mit dem«Ganzen zwischen Heidelberg und Mannheim unbewegt.

«In dieser Lage erhielten sich die Sachen einige Tage: als aber der Marschall«sodann sah, daß er von der ganzen feindlichen Armee kernen Ucbergang mehr zu be-fürchten hatte, seine eigne Cavallerie aber in itziger Stellung aus Mangel von Fourage»sich verzehrte, so behielt er blos drey oder vier Regimenter ohne Bagage zurück, und«verlegte sie in die Städte, wo sie Hez'el und Heu, aber nur selten etwas weniges«Haber bekamen; den Rest der Cavallerie aber schickte er in die Gebirge von Lothringen,und bat den Hof, ihnen die Winterquartiere in dieser Gegend und den drey Bisthü-mern zu geben. Die Infanterie verblieb sämmtlich in Deutschland, und der Mar-«schall ließ ein Corps von zweytausend Mann so lange bey Philippsburg stehn, bis die«zuverlässige Nachricht kam, daß die bayrische Armee aus einander gegangen sey, wel-«cheö erst im December geschah.

«Batd darauf, nachdem die Cavallerie rückwärts geschickt, worden, erfuhr der«Marschall, daß der Herzog von Lothringen mit fünf bis sechs tausend Mann die Mosel«passirte und Castelaun und Simmern berennt hätte, zwey kleine Plätze am Hundsrück,«wo der Marschall nach jedem ein Escadron hingeschickt, um daselbst Fourage zu suchen.«Das Escadron von Castelaun verblieb in dem Platz und wurde nicht attaquirt; das von«Simmern zog sich zurück nach Maynz mit geringem Verlust. Der Marschall, der«seine Cavallerie nicht wieder zurückrufen, noch die, so er am Rheiue verlegt, gebrau-«chen konnte, weil Mercy noch jenseits beysammen war, gieng blos mit vier oder fünf«hundert Pferden gegen Maynz, und erhielt unterwegens Nachricht, daß der Herzog«von Lothringen Bacharach am Rheine attaquirte, einen kleinen Platz, wo hundert«Mann Besatzung lag. Allerdings war nun der Marschall nicht mehr im Stande es«zu entsetzen, hätte aber dennoch gerne gesehen, daß der Herzog geglaubt, er käme mit«einem großen Corps marschirt. Sobald er also gegen Bingen ankam, das nur drey«Stunden von Vacharach abliegt, schickte er Partheyen nach verschiednen Gegendenaus , um Lebensrnittel für die Armee herbeyzuschaffen, und ließ sogar einige von seiltenGarden in das Schloß sich einwerfen, die den Lothringern zuriefen, daß die Armee«käme. Der Herzog hob die Belagerung aus und zog sich jenseits der Mosel zurück,«zwey hundert Mann aber von seilten Truppen blieben zu Creuznach in dem Schlosse,an dessen Fuße die Stadt liegt, die ganz gut ist; und da das Schloß einen wichtigen«Posten zwischen dem Rheine und der Mosel abgiebt, so glaubte der Marschalk, daß,wenn seilte Infanterie Post» in der Stadt faßte und Dach und Lebensrnittel darin

«hätte,