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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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60
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6s Feldzug vom Jahr 1646.

«ohne Belagerung sie wahrend des Winters hatten einnehmen können; und es verloren„folglich die Alliirten alle Vortheile des Feldzugs zu Anfange des Winters, das ist, ge-rade zu der Zeit, die in Deutschland entscheidet, weil sie allein Meister von dem Lande„macht, durch das man sich wieder herstellt und seine ArMee in Stand setzen kann.

„Türenne und Mangel sahen gar wohl, daß von dem Entschlüsse, den sie itzt„fassen würden, alles Glück oder Unglück der Angelegenheiten in Deutschland abhieng;„und obgleich die Armeen durch Verlust von Pferden und Mangel an Waffen und Klei-dung sehr geschwächt war, und selbst die Iahrszeit entgegen schien, ein großer Schnee„fiel und die Wege verderbt waren, so beschlossen sie dennoch gegen den Feind anzu-rücken, um mit ihm zu schlagen, oder in seiner Gegenwart zu beurtheilen, was für eine„Parthey sie zu ergreifen hatten. Am fünften November brach die Armee in dieser„Absicht von Lavingen auf, und gegen das Gutachten der meisten Officiers und den all-gemeinen Glauben der Soldaten, die alle die Rückkehr nach Schwaben und Franken„vermutheten, that dieselbe einen kleinen Marsch vorwärts gegen den Feind, und nahte„sich ihm am folgende»; Tage bis auf eine Stunde. Er stand in der Gegend von Kirch-„heim, und verblieb in seinem Lager unverrückt. Indeß, weil er große Defilees und„Moräste vor sich hatte, so glaubte man nicht, daß es rathsam sey ihn zu attaquiren,,»sondern gieng statt dessen nach Landsberg ins Churfürstenthum Bayer»». Die alliirten„Generale ließe»» einen ganzen Tag lang zwey tausend Pferde dem Feinde gegenüber,„um den Marsch ihrer Armee zu bedecken, und die Feinde zu bereden, daß es einem An-griff gelte, damit sie gegen die wahre Bewegung nichts unternehmen möchten. Ei-„nen Theil vom Tage cotoyirter» die vereinigten Armeen das Lager des Feindes, und„marschirten darauf, nachdem die Bagage bereits gegen den Lech geschickt worden war,„mit schnellem Marsche bis nach Landsberg, wo man die Brücke des Feindes noch ganz„unversehrt fand. In größter Eil giengen einige Truppen über; und weil man wußte,„daß in Landsberg, so nur ein schlechter Platz »var, nicht »»»ehr als hundert Pferde„standen, und alle Lebensmittel des Feindes darin lagen, so wurde der Ort aufgefo-„dert und zur Uebergabe gebracht; die Armee aber gieng ohne Zeitverlust die ganze„Nacht und den folgenden Tag auf der gewonnenen feindlichen Brücke über, und schick-te drey tausend Pferde bis vor die Thore von München, wo der Churfürst sich auf-fielt. Es ist gewiß, daß von allem, was bisher geschehen, nichts den Churfürsten„so sehr gegeir seine Bundsgenossen aufgebracht und mehr zum Frieden bewogen hatte,„als der itzige Stand, da mit einmal zum Eingänge des Winters die Alliirten bis vor„die Thore von München ihre Partheyen ausschickten, und er von des Kaisers Armee

„und