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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Bürgerlicher Krieg

züglich die Heirath der Herzogin von Richelieu war, die er gegen den Willen desselbengestiftet, und seine öffentliche Unterstützung des Ierse', der sich gegen die Königin ver-gangen hatte. Auch ließ der Cardinal von Zeit zu Zeit dem Marschall große Versiche-rungen thun, und daß er den nächsten Fcldzug in Flandern commandiren sollte ver-sprechen; und als der Minister erfahren, daß Türenne seit einiger Zeit nur selten zudem Prinzen gieng, weil dieser in der That ihm seinen Schluß und Maasregeln ver-barg, so hoffte derselbe, wie er selbst in der Folge gesagt, daß Türenne wenigstens soschnell nicht für das Interesse des Prinzen sich erklären würde. Sobald hierauf diePrinzen arretirt worden, schickte der Cardinal in demselben Augenblick den Herrn vonAuvigny an Türenne, ihm nicht nur alle Sicherheit, sondern auch in allem, was ihnselbst betreffen könnte, die besten Begegnungen zu versprechen. Türenne aber, ob ergleich allerdings überzeugt war, daß für ihn Sicherheit sey, und der Prinz auch inder That eine Zeitlang nicht auf den besten Fuß mit ihm gelebt hatte, so wollte er ihndoch jetzt nicht in seinem Unglücke verlassen, und gieng in der Nacht, da er arretirt wor-den war, mit vier Edelleuten aus seiner Suite nach Stenay, nachdem er aus Mangelvon Geld 6vo Pistolen von dem Herrn von Varenne, der ihm folgte, geliehen hatte.Der Herr von Chamilly, der für den Prinz in diesem Platze commandiere, empfiengTürennen mit großen Freuden; der Hof aber schickte in drey oder vier Tagen einen ge-wissen Paris nach, um ihn mit allen möglichen Versprechungen zur Rückkehr zu bewe-gen. Ihm wollte aber das Herz nicht erlauben, so lange der Prinz im Unglücke blieb,von irgend einer Unterhandlung zu hören; er schickte Paris ungehört wieder zurück,und beschloß, alle Wege zu gehn, um den Hof zur Entlassung des Prinzen zu zwin-gen, und nichts zu versäumen, um die Folgen eines langen Verhafts ihn fürchtenzu machen.

Türenne schickte diesem gemäß Depeschen an alle Truppen des Prinzen, und analle Gouverneurs, die er mit dem Hofe misvergnügt hielt, oder seine eignen Freundewaren. Er konnte aber von allen nicht mehr als zwanzig oder dreyßig Officiere bere-den, und von den Großen die Herren von Düras und Bouteville, nachmaligen Her-zog von Luxemburg, die in dem Interesse des Prinzen waren. Es sandte auch Tü-renne an die Truppen, die unter ihm in Deutschland gedient und hier und da zerstreutlagen; er gewann aber nicht mehr als drey einzige Regimenter Infanterie, Couronne,Türenne und du Passage, die Lothringen verließen, und cn Corps mit ihrer Bagagezu ihm nach Stenay marschirten. Das Regiment Beauveau Cavallerie wollte zwargleichfalls feinem Obersten folgert, der bey Türenne war, und beständig in seinem In-teresse