Feldzug vom Jahr 1652.
/Einige Zeit vorher, ehe der Hof dem Prinzen von Conde' das Gouvernement vonGuienne übertragen hatte, und auf die Schwürigkeiten, die ihm gemacht wur-den, das von Provence dem Prinzen von Conty zu geben, fieng von beyden Seitender Argwohn wieder an, sich zu regen, die Cabale aber, die den Prinz in seinen Fode-rungen unterstützte, wurde schwach. Conde', der daraus erkannte, daß sie, was erverlangte, ihm zu erhalten nicht im Stande sey, wandte sich gegen sie selbst, und ver-band sich genauer als jemals mit dem Herzog von Orleans, den Misvergnügten undder Herzogin von Longueville, die äußerst unzufrieden war, daß man dem Prinzen vonConty das Gouvernement von Provence zu ertheilen verzog, und überdem wenig Lusthatte, nach der Normandie zurückzukehren, weil sie einiges Misvergnügen mit ihremGemahl befürchtete. Dies alles bewog eine Zeitlang den Prinzen von Conde', nichtmehr an dem Hofe der Königin zu erscheinen, und er erhielt indeß die Nachricht, daßwährend dieses Kaltsinns hier und da ein dunkles Wort gefallen, daß man ihn wiederin Verhaft nehmen wollte; und als zu allen diesen Gerüchten einst des Nachts der Al-larm gekommen, daß man einige Soldaten von der Garde gegen das Hotel von Conde'hatte anmarschiren sehen, so vermochte ihn endlich dies alles, sich nach St. Maur, sozwey Stunden von Paris liegt, zu begeben.
Diesen Tag gieng alles, was sich völlig an ihn gebunden hatte, nach seiner Re-traite, und der Marschall Türenne gieng zur Königin. Als aber in der Folge wäh-rend der wenigen Tage dieses Aufenthalts vom Prinzen zu St. Maur wieder von Un-terhandlungen geredt wurde, und viele, die dem Prinzen ihr Wort nicht gegeben hatten,dahin giengen, so that es Türenne auch. Die Unterredung bey einem Spatziergangein dem Park dauerte auf zwo Stunden, und es war keine Versicherung noch Dank,die der Prinz ihm nicht mit dem eifrigen Wunsche bezeugt hätte, daß er zu seiner Par-they übergehen möchte, deren Größe er ihm in der Zahl der Provinzen, die sich für die-selbe erklären würden, und in dem Stande, darin der Hof war, zeigte. Türenne ver-blieb bey seinen ersten Gesinnungen, in keine Verbindung sich einzulassen, und vermiedalle Erklärungen über die Ursachen, die ihn hinderten, Theil an des Prinzen Partheyzu nehmen. Sie waren auch in der That von der Art, daß es ihm gut war, sie fürsich zu behalten, und seine Aufführung darnach zu richten, nicht aber sie auszubreiten,
weil