Feldzug vom Jahr 1652. ior
weil er die Gesinnungen derer, so in die Cabale sich eingelassen hatten, kannte, undwohl wußte, daß sie bey ihnen nichts fruchten könnten. Einige Zeit nachher kam derPrinz wieder nach Paris, stets noch im Verdrusse mit dem Hofe; und endlich, als alleUnterhandlungen fruchtlos abgelaufen waren, gieng er mit dem Prinzen von Conty undder Herzogin von Longueville nach Montrond, und sodann nach Guienne, wo er an-fieng, ganz offen gegen den Hof sich zu erklären. Die ersten der Minister, so denEtablissements der Prinzen entgegengestanden, hatten alle das Ihrige gethan, um ihnaus Paris wegzudrängen, und wenn er zur Aussöhnung einige Vorschläge that, wand-ten sie dieselben sofort zum Bösen; denn ihr ganzer Anhang wünschte die Entfernungdes Prinzen, und daß es gegen ihn aufs äußerste käme. Eben so wenig aber wünsch-ten auch diese Herren, daß der Herzog von Bouillon und Türenne an dem Hofe blieben;und es gieng dem gemäß der Hof nach Bourges und Poitiers, völlig zurückhaltend ge-gen die Brüder, und mit großer Hoffnung für die Minister', daß diese Begegnung siezum Entschluß bringen würde, entweder für den Prinz selbst oder für die Parthey sichzrr erklären, die für den Herzog von Orleans sich in Paris bildete. Türenne aber bliebder Meynung, lieber eine Zeitlang ohne Gefchäffte zrr bleiben, als in diese Intriguesich einzulassen.
Indeß war der Herzog von Orleans und das Parlement zu Paris nicht wenigüber die Rückkehr des Cardinal Mazarin betreten, der zwar bisher nach dem Entlassedes Prinzen in Deutschland sich aufgehalten hatte, nun aber mit vier bis fünf tausendMann, die er selbst geworben, und einigen Truppen, so an der Gränze gelegen, nachPoitiers an den Hof zurückkehrte. Der Herzog von Bouillon war zu der Zeit nochstark in seinen Geschafften im Parlement wegen der Souverainität verwickelt, und eshielten diese auch den Marfchall Türenne langer als einen Monat gegen seinen Willen zuParis auf, weil'er allerdings wünschte, mit dem Cardinal zugleich am Hofe einzutref-fen. Sobald aber die Sache ihr Ende gewonnen hatte, gieng Türenne nach Poi-tiers, und wußte im Voraus gar wohl, daß nach des Cardinals Rückkehr der Hoffür die beyden Brüder ganz andre Gestalt gewonnen hatte, und sie wohl aufnehmenwinde. Denn der Cardinal, sobald er sie von den Verbindungen mit dem Prinzenfrey gewußt, hatte beständig zu ihrem Vortheile geschrieben, dagegen die, so um denKönig waren, ihnen beständig zu schaden gesucht hatten.
Türenne fand den Hof gänzlich durch den Cardinal regiert, die Angelegenheitenselbst aber in großer Verwirrung, sowohl wegen des Kriegs, den der Prinz auf der ei-nen Seite in Guienne führte, als wegen der Truppen, die der Herzog von Orleans
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