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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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105
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Feldzug vom Jahr 1652. ivz

Reuterey, weil die übrige Cavallerie das Rendezvous zwischen Vlesnau und Ozouernoch nicht erreicht hatte. Gleichwohl als der Marschall gesehn, daß, wenn er seinerCavallerie nicht entgegengienge, sie von den Feinden abgeschnitten, und folglich auchseine Armee zerstreut und alles verloren gehen würde, so hielt er dafür, daß er unterdem Schuhe der Nacht, so nahe der Feind auch stünde, dennoch den Marsch wagenkönnte, und näherte sich Blesnau, in Hoffnung, seine Cavallerie unterwegens zu sin-den. Man hatte keine Wegweiser, und horchte von Zeit zu Zeit, ob man sich auchdem Feinde zu sehr nahte. Mit Anbruch des Tages fand sich die Armee in einergroßen Ebne, wo der Marschall seine Cavallerie zu erwarten beschloß; und als er sichmit derselben vereinigt hatte, hielt ers für rathsamer, dem Prinzen, obgleich um zweyDrittheil schwacher, entgegen zu gehn, als ihn zu erwarten, und die Zeit ihm zu geben,daß er die Quartiere von Hocquincomt völlig aufriebe.

Als nun hierauf die Armee auf eine Viertelstunde in der Ebne marschirt war,fand sich ein Gehölz, und der Marschall ließ die Cavallerie und Infanterie daselbsthalten, und gieng mit sechs Escadrons durch dasselbe durch. Er sah die ganze Armeedes Prinzen, die den Marschall Hocquincourt verlassen und gegen ihn sich gewandthatte, sobald sie von seinen Bewegungen Nachricht erhalten. Der Marschall ließseine Escadrons wieder zurückkehren, weil er allerdings einsah, daß, wenn er das Holzgegen den Prinzen behaupten wollte, seine Infanterie nicht hinlänglich dazu sey, undwenn sodann der Prinz diese Infanterie vertrieben hätte, daß die Cavallerie allein nurwenig Widerstand leisten würde, besonders, nachdem sie zuvor durch das Feuer gelit-ten hatte, dem man sie blos stellen mußte, wenn sie ihre Infanterie in dem Holze un-terstützen sollte. Ehe also der Prinz das Holz erreicht hatte, ließ der Marschall-renne seine ganze Infanterie sich zurückziehen, und stellte sie rückwärts in Schlachtord-nung weit genug vom Holze, daß die Armee des Prinzen in demselben ihr nicht schadenkonnte, und auch nahe genug, um diesseits kein Terrain zur Formirung ihm zu las-sen. Man blieb einige Zeit einander gegenüber; der Prinz aber breitete sich sodannmit beyden Flügeln aus, und es schien, als wenn er en baraille durch das Holzdurchzupassiren gedächte, obgleich nur ein einziger Damm, wie man sie zu Abtheilungder Güter errichtet , zu der Armee des Königs führte. Es war, wie man glaubt, dieGegend von la Büssiniere.

Nachdem inan uun eine Zeitlang auf diese Art sich gegenüber gestanden, undwährend daß die Armee des Prinzen aus dem Gehölze verschwand, glaubte der Mar-schall, daß sie versteckt hinter demselben weg einen Posten zu gewinnen suchte, wo sie, - Osich