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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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106
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rc6 Feldzug vom Jahr 1652.

sich en Kamille stellen könnten, und folgte also in der Ebne nach, um ihr auch hierzu begegnen; der Prinz aber hielt diese Bewegung für eine Retraite, und fieng an denDamm zu passiren, worauf Türenne, sobald er es gesehen, plötzlich umkehrte unden Kamille nach dem vorigen Terrain zurückkam, den Angriff aber verbot. DerPrinz gieng wieder zurück, und Türenne ließ seine Artillerie auffahren, die sodannmit vielem Erfolg feuerte und viel Truppen und Officiers wegnahm.

Während des langte der Marschall Hocquincourt mit seiner Cavallerie an, undhatte, obgleich viele ihm gerathen, über die Loire zurückzugehn, allerdings sich daraufverlassen, daß Türenne nicht würde gewichen seyn. Es kam auch der Herzog vonBouillon mit verschiednen vom Hofe von Gien, wo einige bereits hingeflüchtet waren,und daß die Armee völlig geschlagen sey, vorgegeben hatten. Die Armeen standen biszum Eingänge der Nacht einander gegenüber, und zogen sich darauf beyde zurück, derPrinz nach Chatillon und die Armee des Königs nach Briare, wo die Infanterie vonBlesnau, die der Prinz nicht angegriffen hatte, in der Nacht darauf sich wieder mit ihrvereinigte. Einige Tage aber nachher brach die Armee der Feinde von Chatillon nachMontargis auf, die Prinzen Conde', Beaufort und Nemours giengen nach Paris,wo ihre Gegenwart nothwendig schien, und die Herren von Clinquant, Tavannes undValon übernahmen an ihrer Stelle das Commando. Die Armee des Königs rückteindeß nach St. Fargeau, und Türenne glaubte, daß, wenn man mit formten Mär-schen gegen die Armee des Prinzen agirte, ihre itzigen Chefs in seiner Abwesenheit soschnell nicht einen Entschluß fassen würden, und man sie also vielleicht umgehn undzwischen Paris und ihnen sich setzen könnte, um dem Könige Melun und Corbeil zuversichern, die Feinde von der Hauptstadt und den dortigen Recrutirungen abzuschnei-den, und den Untergang der ganzen Faction zu bewirket:.

Der Hof gieng über Auxerre und Sens nach Melun, da indeß die Armee,Montargis zur Linken lassend, nahe genug an den Feind anrückte, um ihn: Besorgnisseeines Angriffs zu geben. Dennoch aber setzte man Tag und Nacht ungesäumt denMarsch fort und erreichte Moret, wo man erfuhr, daß die Feinde von Montargis be-reits aufgebrochen, und über la Ferte', ein kleines Gewässer, das bey Villeneuve !eRoi vorbeyfließt, zu erreichet: gesonnen wären. Weil sie aber, wie Türenne vermuthete,-.aus Mangel von Chef und Entschluß, zu spät aufgebrochen waren, so gieng dieArmee des Königs bey Moret über den Lonig und durch Fontainebleau nach la Ferte',und langte daselbst eine Stunde eher an als die Armee der Prinzen, die sodann esnicht wagte, "ihren Marsch nach Villeroi fortzusetzen, sondern links gegen Estampes

sich