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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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107
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IO7

Feldzug vorn Jahr 1652.

sich wandte und in die Stadt sich einwarf. Die Armee des Königs aber führte ihrenEntwurf gegen sie aus und faßte Posto zu Chatres, wo viele Gefangne, die von Parisnach der Armee der Prinzen gehen wollten, ihr in die Hände fielen. Der Hof trafzu Mclun ein, und Türenne war schon damals sehr stark des Sinnes, ihn in Pariseinzuführen, da der Herzog von Orleans und Conde' ohne Truppen sich daselbst fan-den, und wegen abgeschnittener Gemeinschaft auf ihre Armee keine Rechnung machenkonnten. In der Stadt selbst aber fanden sich so große Cabalen ihnen entgegen, daßdas Volk die Waffen wider den König, den feine Armee unterstützte, nicht ergriffenhätte. Doch waren auch für das Gegentheil wenigstens scheinbare Gründe, und derKönig gieng nach St. Germain, von daraus man mit einigen Compagnien von denGarden und den Commandirten von der Armee fast alle Passagen nach Paris besetzte,nachdem zuvor einige Partheyen, die aus der Stadt ausgerückt waren, geschlagen, undbis zu den Vorstädten zurückgetrieben worden.

Die Armee der Prinzen blieb eine Zeitlang zu EstampeS, und die Armee desKönigs zu Chatres ohne Begebenheit," als zu Anfange des Mays Mademoiselle,Tochter des Herzogs von Orleans, aus der Stadt Orleans. die sich empört hatte, nachEstampes kam, und zwey Tage daselbst verblieb. Man erhielt in des KönigsArmee die Nachricht, daß die Feinde, um die Revüe vor ihr zu passiren, nicht nachFourage gewesen, und au eben dem Tage, da die Prinzessin mit einem Passeport nachParis daselbst ankommen würde, darnach ausgehen sollten. Türenne schlug dem Mar-schall Hocquincourt, der es sehr genehmigte, vor, die Bagage sämmtlich zu Chatreszulassen, und die ganze Nacht hindurch zu marschiren, um zwey oder drey Stundennach Anbruch des Tages vor Estampes zu stehn, und zu sehn, was zu unternehmen sey.

Es hoffte der Marschall Türenne noch immer, daß die feindlichen Generale in Abwesen-heit des Prinzen nicht in der besten Fassung erscheinen würden. Die Sache aber fielanders aus als man gedacht; die Armee der Prinzen war nicht nach Fourage gegan-gen , und Mademoiselle hielt gerade an dem Morgen, da die Armee des Königs an-langte, Musterung über die ihre, die in der That weit stärker war als die Armeedes Königs.

Der Aufbruch geschah des Abends um acht Uhr, und der Marsch war schnell,in Hoffnung, die Feinde im Felde zu finden. Hocquincourt hatte die Avantgarde,"und der Entwurf war, zwischen Orleans und der Armee des Feindes sich zu setzen, Vork.und die Fourageurs, die man auf dieser Seite vermuthet hatte, von derselben abzu-schneiden.Als man die Höhen von Estampes gewonnen hatte, wurde man gewahr,

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