Feldzug vom Jahr 1652. uz
den Wald, de Front durch eine Verschanzung von sechs Redouten, die er in größterEil auswerfen lassen. Mit Eingang der Nacht war die Armee des Königs jenseits desPeres; und Türenne, der gar wohl sah, daß, wenn er die Brücke, die der Herzog ansich gezogen hatte, nicht gewönne, sodann die Armee von Estampes mit der lothringi-schen sich vereinigen würde, beschleunigte ohne Aufenthalt seinen Marsch durch alle dieDefilees durch, und stand, die Waldungen zur Linken lassend, mit Anbruch des Tagesjenseits der Defilees in einer Ebne, wo zwischen ihm und dem feindlichen Lager keinAufenthalt von Terrain sich mehr fand. Ware die Armee der Prinzen zu der Armeedes Herzogs gestoßen, so mußten sich die Truppen des Königs darum zwar an sich nichtzurückziehen; es brauchte sie aber alsdann der Hof, um seine Retraite nach Lyon zubedecken, und so konnte eine Zeit von zwey oder drey Stunden die ganze Gestalt derSache mit einmal verändern.
Als der Tag angebrochen und man von der Verwirrung des nächtlichen Mar-sches sich erholt hatte, gieng die Armee in Ordnung weiter vorwärts gegen das Lagerdes Feindes; der Herzog aber, der seiner Gewohnheit nach alle die vorigen Tage durchnegociirte, schickte den Herrn von Dagecourt, Haupüuann von seiner Garde, sobalder den Marsch der Armee des Königs erfahren hatte, an den Marschall Türenne.Dennoch ließ er ununterbrochen an den Verschanzungcn des Lagers arbeiten, und dieRedouten mit Linien zusammenhängen; und der Prinz von Beausort mit tausend biszwölf hundert Mann von den Truppen des Prinzen aus Paris war bey ihm im Lager.Türenne sah gar bald, daß der Hauptmann von der Garde in keiner andern Absicht ge-kommen iväre, als den Marsch seiner Armee aufzuhalten; und weil hier nichts gefähr-licher seyn konnte, als eine Unterhandlung, ohne näher an das feindliche Lager zurücken, so verlor der Marschall auch nicht einen Augenblick, und rückte ««aufgehaltenimmer näher, um vor allen versichert zu seyn, daß die Truppen des Prinzen nicht Über-gängen, und, es koste was es koste, eher als die Vereinigung geschehe, den Herzog an-zugreifen, weil hierauf des ganzen Reichs Angelegenheit beruhte.
Man war noch auf anderthalb Stunden vom Lager des Herzogs, als der Haupt-mann von seiner Garde ankam; die Armee marschirte en dataille, und es vergiengenbeynahe drey Stunden, ehe man es völlig erreichte. Da gieng der Hauptmann zu-rück, kam aber mehr als einmal wieder; und der König von Engclland, den der Her-zog in sein Lager geladen hatte, that gleichfalls Vorschläge für ihn, aber alles verge-bens, weil Türenne auf der Bedingung bestand, daß der Herzog das Reich verließe,und viel lieber schlug, als daß er die Vereinigung der beyden Armeen erlaubte. Frey-
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