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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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116
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116 Feldzug vem Jahr 1652.

lich aber wünschte er noch weit mehr, daß es ihm gelingen möchte, die Armee der Lo-thringer aus dem Reiche zu verweisen, und sie von der Armee der Prinzen auf eine ent-scheidende Art zu trennen, ohne dabey ein so zweifelhaftes Gefecht zu wagen. Es decktevon der Seite der Ebne, wo man allein dem Lager der Feinde beykommen konnte, einHolz ihren rechten Flügel, die Seine den linken, sechs fertige Redouten die Front, unddiese war so schmal, daß die Cavallerie des Herzogs drey Linien und noch eine Reservevon tausend Pferden formirte. Die Infanterie besetzte die Redouten, fünf hundertMusquetiers das Holz, und der Rest formirte ein großes Bataillon. Die Armee desKönigs war um fünfzehn hundert Mann Infanterie stärker; dagegen aber hatte derHerzog fünfzehn Escadrons mehr, und stand, wie die Folge gelehrt, in einem Posten,wo eine kleine Armee mit Vortheil eine weit starkre erwarten konnte. Dennoch, alsder Herzog die Armee des Königs bis auf halben Kanonenschuß nahe gesehn, und daßdie Commandos zum Angriff des Holzes, der Redouten und der Brücke bereits vor-rückten, so ließ erden Marschall wissen, daß er den Traktat, Frankreich zu räumen,unterzeichnen wollte. Türenne detaschirte sogleich ein Corps Infanterie, sich derBrücke über die Seine zu versichern, und ließ dem Herzog durch den Marquis von Va-renne sagen, daß er vor allen Dingen Herr von der Brücke seyn müßte. Alsdann abermachte die Armee Halte, und die Generale unterzeichneten den Traktat, nach welchemder Herzog ohne Verzug sich in den Marsch setzen mußte, um Frankreich in Zeit vonzwölf Tagen auf einem Wege zu räumen, der bestimmt war, um ihn von der Armeedes Prinzen um so mehr zu entfernen. Der Graf von Ligneville und Dagecourt blie-ben als Geiseln beym Marschall; die größte Sicherheit aber war, daß seine Armee ei-nen Weg einschlagen mußte, wo es in der Gewalt der Generale des Königs stand,seine Vereinigung mit der Armee des Prinzen, wenn er den Traktat brechen wollte,zu hindern. Eine Stunde nach der Unterzeichnung brach die Armee des Herzogs auf,Dock. und verfolgte den vorgcschriebnen Weg." Die Armee des Königs stand en Kamille,und der Herzog und der Marschall begegneten sich beyde mit kalter Höflichkeit, und trenn-ten sich nach kurzer Unterredung.Bald darauf erschien die Armee des Prinzen jen-seits des Flusses, und wandte sich, als sie das Lager des Herzogs von den Truppendes Königs besetzt, und diesen den Weg nach St. Vrie nehmen gesehn hatte, gegenParis und St. Cloud. Der Prinz von Beaufort erhielt die ErlaubrW, mit seinenTruppen nach Paris zurückzukehren; doch trat wahrend des Traktats der größte Theilzu der Armee des Königs über.

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