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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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119
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Feldzug vorn Jahr 1652. 119

eben der Zeit die Infanterie an, die der Prinz hinter die Manern und Häuser gestellthatte, und wurde nach hartnäckigem Gefechte von verschleimen Orten Meister, abernicht eher als bis die Kanonen gekommen, da man denn in einem dieser Häuser zweyhundert Mann gefangen bekam: aber die Corps der feindlichen Regimenter verbliebennoch immer hinter den großen Traversen, davon sie die Truppen des Königs einmalvertrieben hatten. Zur Linken hatte zwar der Herzog von Navailles eine Barricadeweggenommen, und gegen verschicdne hitzige Attaquen sie behauptet; nirgends aber konnteman vorwärts, und die Infanterie war durch alle diese Angriffe der Sache satt. Eswar auch allerdings ein glücklicher Zufall für den Prinz, daß er, gedrängt auf dem Mar-sche, eine so gut barricadirte Vorstadt zu seiner Vertheidigrmg fand, indem die wahreAbsicht seines Marsches, Charenton zu gewinnen, gewesen. Endlich als man eineZeitlang auf solche Art sich gegenüber gestanden, kam das Corps des Marschall la Fer-te', und man beschloß nach dieser Verstärkung einen allgemeinen und geordneten An-griff. Während dessen aber öffneten die Pariser auf Bitten der Prinzessin von Or-kans den Prinzen die Thore, und ihre Armee zog sich durch die Stadt nach der Vor-stadt St. Iaques. Die Truppen des Königs, als sie zum zweyten Angriffe anrück-ten, fanden in der Vorstadt keinen Feind; die Kanonen aber von der Bastille gabenFeuer, und die Armee des Königs zog sich nach St. Denys zurück.

Je schlimmer nun die Umstände der Prinzen geworden waren, desto eifriger dran-gen sie in die Spanier, sie von Flandern aus zu unterstützen. Die Armee der Spa-nier brach auf aus der Gegend von Cambray, und rückte zwischen den Plätzen Sr.Qttl'ntin und Ham durch nach Chauni, wo der Herzog von Elboeuf ganz ohne Ursachesich eingesperrt Hatte, und unter der Bedingung sich ergab, daß die Reuter frey, undPferde und Equipage den Spaniern würden. Der Herzog von Lothringen, der nachden Traktaten von Villeneuve St. Georges beständig an den Gränzen von Frankreichgeblieben war, rückte sofort wieder in Champagne ein, und die Vereinigung der feind-lichen Armeen geschah zu Fismes. Der Hof, als er diese Nachrichten empfieng, warzu St. Denys, und schickte nach der Normandie, um zu erfahren, ob Rouen den Kö-nig aufnehmen würde. Aber auch hier schien der Stand der Sachen bey dem Mar-sche der Spanier so gefährlich, daß man auch da den König nicht für sicher hal-ten konnte.

Man hatte wenig Tage zuvor von neuen Unterhandlungen mit dem Prinzen ge-sprochen, und Türenne war allerdings der Meynung, daß man in vielen Stücken nach-geben,