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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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123
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Feldzug vorn Iahr 1652. 12z

ger, sich dennoch dem Marsche derselben nach Paris widersetzen. Türenne hatte gewünscht,gleich am Tage nach dem Uebergange über die Marne den Marsch fortzusetzen, weil er,obgleich ohne Gewißheit, es dennoch vermuthete, daß der Herzog sich nahen würde.Dennoch machte man diesen Tag Rast, so wie man den» zuweilen in Vorsichten schlaffwird, und Turenne hatte den Befehl, bis auf weitre Ordre zu verbleiben, und nichtsgegen den Herzog zu unternehmen, es wäre denn, daß dieser noch näher gegen Parisanrückte. Dennoch aber setzte der Marschall nach einem Tage Rast am 5ten Septem-ber sich wieder in Marsch gegen Brie-Comte'-Robert, wo er die Vereinigung derFeinde am sichersten verhindern könnte, und wollte, wie er dem Herzog von Pork sagte,lieber sein Leben wegen des Ungehorsams wagen, als vom Herzog von Lothringen ineiner Gelegenheit sich hintergehen lassen, die so sehr von allem entschied. Die Armeebrach des Morgens auf, und als die Lagerausstecker zu Brie-Comte'-Robert anlang-ten, waren die feindlichen schon da, und ihre Armee folgte, um die Nacht daselbst zucampiren. Hätte man nun nicht, den Wünschen des Hofs gemäß, eilten Tag jenseitsder Marne gerastet, so kam man dem Herzoge von Lothringen sicher zuvor; nun aber, dadie Avantgarden sich begegneten, eilte der Herzog, den Posten von Vitleneuve zu gewin-nen, in welchem er sich festzusetzen gedachte, um von da aus mit Paris Gemeinschaftzu haben.

Turenne war an der Tete seiner Avantgarde, als die Lageraltsstecker ihm Nach-richt vom Marsche der Lothringer brachten, und war, nachdem er sich mit dem Mar-schall la Ferte' besprochen hatte, des Schlusses, so schleunig als nur möglich den Marschfortzusetzen, und eher als der Herzog den Posten von Villeneuve St. Georges zu er-reichen. Es geschah, und man langte nach forcirtem Marsch mit der Armee des Her-zogs zugleich daselbst an; weil diese aber einen Fluß zu passiren hatte, und einige Escadronsvon des Königs Armee bereits auf der Höhe von Villeneuve St. Georges aufmarschirt'sah, so verblieb der Herzog auf der andern Seite, und die ganze Armee des Königs la-gerte sich am Abend zu Villeneuve St. Georges. Man erfuhr in dem Orte, daß ei-nige Schiffe nach Paris abwärts führen; und weil es ungemein wichtig war, Schiffezu haben, um Brücken zu schlagen, oder wenigstens jenseits übersetzen zu können, soschickte der Marschall Türenne sofort längst des Flusses ihnen nach, und ließ sie mitäußerster Mühe bis nach Villeneuve St. Georges wieder aufwärts bringen.

Conde' rückte indeß nach Charenton, in Hoffnung, daß der H?rzog von Lothrin-gen dem gemäß, was er ihm am Morgen aus seinem letzten Lager geschrieben, den Po-sten von Villeneuve St. Georges gewonnen hätte. Als aber drey oder vier Officiers,

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