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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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136
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156 Feldzug vom Jahr 1652.

ren; geht sie aber bey Compiegne selbst oder unterhalb über, so hat sie nun den Wegfrey, ohne Fluß. Compiegne hat noch für itzt Mauern, Gräben und einige Werkevon Erde, damals vermuthlich auch einen bedeckten Weg, weil die Lage der Stadt sowichtig, und die Armee, die davon Herr war, selbst einen überlegnen Feind von Parisabhalten konnte.

Jenseits Guise hatten die Feinde Landrecy, Avesnes und la Capelle inne; la Ca-pelle war damals befestigt, und uns am nächsten. Von daraus drangen gewöhnlichdie Feinde in die Picardie und Champagne ein, besonders weil von Guise bis nach Ro-croy, dem Gränzplatz von Champagne, völlige fünfzehn Stunden sind, und der Königzwischen beyden keinen festen Platz hatte. Aber die Waldungen von Rocroy und Thie-rache liegen dazwischen, und verbreiten sich bis zur Maas, wovon Rocroy nur zweyStunden abliegt; und weil nun diese Waldungen breit und schwer für Armeen zu passi-ven sind, so rückten die Feinde stets über la Capelle vor. Von Rocroy bis Mezieresan der Maas, das gleichfalls dem Könige zustand, sind vier Stunden; von Mezieresnach Sedan fünf. Drey Stunden oberhalb hatten die Feinde Mousson mit Wall, Gra-ben , Pallisaden und einigen Erdwerken; zwey Stunden oberhalb Stenay, eine wahreFestung; jenseits der Maas, Dampvillers und andre kleine halbbefestigte oder wenig-stens geschloßne Plätze, wo man im Winter Truppen einlegte. Lothringen und dieBißthümer waren in der Hand des Königs, und der Marschall la Fette' ihr Gouverneur.

Dies waren die Gränzen von Picardie und Champagne, als im Jahr 1652 derPrinz von Conde' Rhetel und St. Menehould an der Aisne wegnahm, und demnächstzwischen sich und Paris, wohin er stets wiederzukommen gedachte, keinen Fluß mehr ge-gen sich fand, hinter welchem eine schwächte Armee ihm den Weg versperren konnte.

So muß man ein Land kennen, wenn man Feldzüge studirt, und nicht die Plätzeallein wissen, so jede Parthey inne gehabt hat, sondern auch die Vortheile, die sie denArmeen zum Eingang oder zur Vertheidigung darbieten. Ohne diese Kenntniß ist dasLesen selbst der besten Bücher unnütz; durch sie wird alles deutlich, wie das Beyspielder folgenden Feldzüge lehrt.

Feldzug