Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
146
JPEG-Download
 

»46 Feldzug vom Jahr 165z.

raquen der Infanterie, ohne daß die Cavallerie von der Arriergarde, so noch in derNahe des Lagers war, sie daran verhindert hätte; und als sie hierdurch die Gelegenheit,den Marsch der Feinde mit Sorgfalt zu recognoscircn, gewonnen, brachten sie dem Mar-schall Türenne die Nachricht, daß er ganz zuverläßig nach St. Quintin gienge. „So-gleich detaschirte Türenne den Herrn von Beaujeu, Generallieutenant von seiner Ar-mee, mit zwey tausend Pferden, um sich in Guise einzuwerfen, die Armee selbst aberfolgte auf dem Fuße. Die ganze Armee gieng durch Peronne und passirte die Sommeauf einer einzigen Brücke, weil die Feinde schon so weit entfernt waren, daß die Ar-riergarde nichts von ihnen zu befürchten hatte. Beaujeu warf sich in eben dem Augen-blick in Guise ein, als die Feinde anfiengen es zu berennen. Die Avantgarde der Ar-mee erreichte noch denselben Abend Golencourt, einen Flecken eine Stunde von Ham,Kork. die Arriergarde aber kam erst am Morgen des folgenden Tages.« Indeß that die Ar-riergarde die Dienste der ganzen Armee, weil, wie auch Türenne sagte, die Sommeden ganzen Marsch bedeckte, und folglich die feindlichen Partheyen sie nach nichtsschätzen konnten, als nach ihren Feuern, die man in gehöriger Menge anzünden ließ.„Inzwischen war doch der Weg der Feinde nach Guise um die Hälfte kürzer, als derWeg von der Armee des Königs; allein sie machte einen Halt von drey Stunden, weil,wie man sagt, die Lothringer Schwürigkeiten machten , diese Belagerung zu unterneh-men. Hätten sie ohne Rast ihren Marsch fortgesetzt, so ists gewiß, daß sie einen Tageher vor Guise anlangten, als die Armee des Königs, und man weiß nicht, ob Beaujeusich hätte einwerfen können.

Nach diesem fehlgeschlagnen Entwürfe lagerten sich die Feinde zu Coulaincourtzwischen le Catelet und Ham, die Armee des Königs bey Goulaincourt, die Sommezwischen beyden; und nach einem Stillstand von vierzehn Tagen und vielfachen Berath-schlagungen mit dem Erzherzog, der inzwischen bey der Armee angelangt war, brachendie Feinde am isten September mit schnellen Märschen wieder auf, ließen Guise zurLinken und eilten nach Rocroy, wo die großen Waldungen rings um die Stadt demerstkommenden so entscheidende Vortheile gaben, daß man beschloß, den Platz für itztnicht zu entsetzen, sondern statt dessen die Belagerung von Mousson vorzunehmen.Den 9ten September stand die Armee schon zu Remilly, eine Stunde von Mousson,und gieng am roten unterhalb der Stadt über den Fluß. Man eröffnete noch densel-ben Abend die Laufgräben von zwo Seiten ohne Circnmvallation, und die Stadt giengvier oder fünf Tage eher über, als Rocroy, mit sechzehn hundert Mann von den bestenRegimentern der feindlichen Armee, und nach einer Belagerung von siebzehn Tagen.

Die