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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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237
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Feldzug vom Iahr 1658. 2^7

neu zur Ausführung zu wählen, ohne an einen Rang sich zu binden, den Gunst oderZufall oft giebt.

Mylord Lockard, und unter ihm der Generalmajor Morgan, commandirte dieEngländer," und der Marschall schickte Fisica, einen Hauptmann vom Regiment- Dussy.Ra.renne, zu ihm ab, um ihm zu sagen, daß er auf Morgen zum Treffen sich bereiten soll- Stin-te, und was für Ursachen der Marfchall dazu hatte. Lockard gab ihm zur Antwort,daß er wegen der Ursachen ganz gern auf den Marschall sich verließe, und morgen nachder Schlacht ihn darum fragen wollte.

Türenne hatte bereits alle diese Befehle gegeben, und wollte sich auf dem Sandeder Dünen ein wenig zur Ruhe begeben, als Talon, ein Intendant, von der Armee an-kam, und ihm einen Brief von dem Cardinal Mazarin zeigte, in welchem dieser an Ta-lon schrieb, daß der Marschall allerdings am besten wüßte, was zu thun sey; dürfte erindeß auch seine Meynung sagen, so wäre es, daß man schlagen müßte. Der Mar-schall wurde froh, daß der Cardinal seinen Entschluß billigte, wickelte seinen Mantelum, und legte sich in den Sand, um zu schlafen, Bussy-Rabutin neben ihn.

Eine gute Stunde nachher weckte man den Marschall, und führte einen Pagen vom Ge-nerallieutenant Humieres zu ihm, der am Tage vorher von den Spaniern gefangen wor-den war, und sich nun selbst ausgelöset hatte. Der junge Mensch, der Einsicht hatte,erzählte dem Marschall, daß die Feinde kein Mistrauen gegen ihn gehabt, und er ihrganzes Lager auf lind niedergegangen wäre. Sie hätten bis itzt noch kein Geschütz, undauch sogar ihre Infanterie nicht ganz; es hieße aber, daß beydes in zwey oder dreyTagen nachkommen, und sie alsdann angreifen würden. Itzt aber wären sie vorge-rückt, um den Belagerten Muth einzusprechen, und die Belagerungsarbeiten zu verzö-gern. Türenne ließ sich die Nachricht von der Artillerie wiederholen, und sagte zu demGenerallieutenant Bussy, daß, wenn er den Entschluß, zuschlagen, noch nicht gefaßthätte, dies ihn dazu bewegen würde; darauf legte er sich wieder nieder und schlief.

Indeß setzte sich die französische Armee aus allen ihren Quartieren in Bewegung, undmarschirte die ganze Nacht; die letzten Truppen erreichten das Quartier des Marschallsohngefähr eine Stunde vor Tages, und die Feinde gaben in der Nacht einen oder zwey,jedoch unbeträchtliche, Allarms. Eine Stunde nach Anbruch des Tages brach dieArmee in vorgeschriebner Schlachtordnung von dem Terrain auf, das der Marschall amTage vorher besetzt hatte, und in der Nacht zum Sammelplätze machte; und weil dieFeldwachen beyde sich sahen, so hatte die französische Armee kaum die erste Düne be-stiegen, als die Feinde schon ihren Marsch entdeckten. Man sah in größter Eil einige

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