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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1653.

falls seine Stellung zu verändern. Der Marquis von Crequy, der mit einem Corpsbisher bey Nieuport gestanden hatte, erhielt Befehl, nach la Fintelle zu rücken, um be-ständig der feindlichen Armee gegenüber zu bleiben, weil diese im Begriff war, von Po-peringen nach Rosenbrügge zu marschiren. Dies Corps schickte seine Bagage nachdem Lager der Armee, und war bestimmt, in Dyxmuyden sich einzuwerfen, mit demes vermittelst eines Corps Dragoner und Cavallerie zu la Kenoque beständige Gemein-schaft unterhielt. Damit aber der Feind, der seine ganze Bagage unter Apres stehenhatte, auf der andern Seite nicht einen Marsch stöhle, und, Vinochergen zur Rechtenlassend, Gravelines, davon er nur sieben Stunden abstand, entsetzen möchte, so po-stirte der Marschall zwey Brigaden Cavallerie zu Mardyck, mit dem Befehl, gleich aufdie erste Nachricht von feindlicher Bewegung nach Gravelines zu marschiren. Er selbstblieb mit einigen Truppen bey Duynkirchen, und verbreitete von daraus kleine deta-schirte Corps bis nach Furnes. Vor Dyxmuyden stand eine große Feldwache, undauf der andern Seite sah der Posten von Mardyck das Lager vor Gravelines. Ob nungleich die Entfernung von einem Orte zum andern auf zwey Stunden beträgt, so er-laubte doch die Lage des Landes, diese Maasregeln zu treffen, und es war keine Ge-fahr, weil der Feind nur auf Brücken in dasselbe einrücken konnte, und die Detasche-ments von der Armee des Königs zu allen Zeiten im Stand waren, wechselseitig überden großen Damm sich zu unterstützen, der die Gemeinschaft zwischen allen Corps un-terhielt, die nun ohne Gefahr theils auf eine halbe, theils auf eine ganze Stunde voneinander entfernt waren. Ihre Bagage war bey Seite geschafft, und hinderte nir-gends; das Land selbst aber verbot den Feinden, sich zwischen ihnen zu setzen.

In dieser Stellung verblieb die Armee des Königs bis zum Ende der Belagerungvon Gravelines, das am 27sten August, zwey und zwanzig Tage nach Eröffnung derLaufgräben, übergieng. Der Widerstand war beträchtlich, ohngeachtet der Schwächeder Besatzung, weil der Platz an sich eine der stärksten von allen Festungen ist. DerVerlust der Belagerer belief sich an Verwundeten und Todten auf acht bis neun hundertMann, und unter den letzten den Marquis von Uxelles, einen Mann von Verdienst,und einen der ältesten Generallieutenants in der Armee. Die Feinde zogen sich, sobaldsie die Unterhandlungen der Besatzung erfahren hatten, von Rosenbrügge nach Wemzurück, und sodann weiter aufwärts nach der Lys.

Der Cardinal verblieb während der ganzen Belagerung zu Calais, und versahdie Armee auf das sorgfältigste mit allem Bedürfniß, obgleich Anfangs auch nicht einAnschein von Zubereitung sich fand; und es muß ihm allerdings die Gerechtigkeit wider-

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