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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1658.

ser, wo sie Posto gefaßt hatten, in Brand steckte, und alles vertrieb. Der Marschalldachte noch unterwegens daran, daß sein Corps so nahe an der Stadt allerdings nichtohne Gefahr wäre, weil die Feinde die Zeit hatten, Truppen über Tournay an sich zuziehen, und schickte St. Martin, Quartiermeister von der Cavallerie, an den Herrnvon Humieres, mit dem Befehl, bis auf halben Weg nach der Armee sich zurückzuzie-hen. Es geschah mit Eingang der Nacht; die Armee aber brach am folgenden Morgenmit frühem Tage auf, nachdem man die Nacht hindurch an Aufhebung der Brückegearbeitet hatte; sie folgte dem Flusse gerade aufwärts gegen die Stadt, hinter ihr nachdie Brücke. Alles langte bey guter Zeit an, und blieb auf der Seite von Courtray.Der Oberstlieutenant von Bouillon hatte indeß mit Anbruch des Tages zwey Regimen-ter, die sich in die Stadt einwerfen wollten, geschlagen; das eine wurde beynahe gänz-lich gefangen, die Dragoner aber drangen durch, etwan hundert Mann an der Zahl.Das Corps zur Rechten der Scheide erhielt während des Marsches Befehl, seinen vori-gen Posten zu beziehen, und Türenne gieng, ehe die Schiffbrücke fertig geworden, aufeinem Schiffe über, um die Wachen desselben zu recogNofciren. Als er hier längst desUfers Herabritt, fand er eine Gegend, wo man ganz ungefehu von Courtray aus in dieFestung sich einwerfen konnte, und ließ sogleich den Posten durch die Dragoner von desKönigs Regimente besetzen. Kaum aber, daß der Marschall mit seiner Escorte vondreyßig oder vierzig Pferden ein wenig weiter geritten war, so kamen drey RegimenterCavallerie unter dem Herrn von Chamilly, die Conde' abgeschickt hatte, und wolltengerade da, wo itzt eben die Dragoner postirt worden, an Hellem Tage in die Stadt sicheinwerfen. Der Herr voll Pegvillain, der die Dragoner commandirte, hielt mit den-selben Stand in einer Gasse; die feindliche Cavallerie stutzte und nahm in kurzem dieFlucht, so daß auch nicht ein einziger eindrang, und Chamilly mit der Hälfte von sei-nen Leuten gefangen wurde. Es war das Regiment und noch zwo andre, die auf derLinken der Schelde sich einwerfen wollten; der Gouverneur aber ließ ihnen sagen, daßauf der andern Seite der Weg unbesetzt sey; und es war auch in der That also, weildie französischen Dragoner kaum eine Viertelstunde auf ihrem Posten gestanden, alssie ihrer Seits ankamen. Man erfuhr durch die Gefangnen, daß die Feinde sich sehrvertheilt hätten, und erkannte, daß man ohne Linien, und fast ohne weitre Gemein-schaft, als eine einzige schmale Brücke über die Schelde, dennoch den Platz würde ein-nehmen können.

Türeune hatte schon am Tage vorher dem ganzen Corps, das zu Thielt mit derBagage verblieben war, den Befehl geschickt, geradesweges auf Oudenarde zu gehen;

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