2z6 Aldzilg vom Jahr 1658.
den neuen Wachen, so ihnen folgten, wurden durch die Regimenter Droot und Lou-vigny vom Feinde, die zuerst aufsaßen, geworfen. Der Graf von Roye that sichhierauf an der Tete seines Regiments vor, griff das Regiment Louvigny an, davonder Mestre de Camp gefährlich verwundet und gefangen wurde, und trennte die erstenfeindlichen Escadrons; der Graf selbst aber wurde mit zwey Pistolenschüssen durch beydeBeine geschossen. Die Regimenter Königin, Rennel und Crequy folgten unter den Her-ren von Humieres und Gadagne, die sich an ihre Spitze gestellt hatten, und zwar auf dieDragoner von la Ferte'. Als die Feinde alle diese Truppen, wie eins das andre so naheunterstützte, gesehn hatten, so fieng die Unordnung an, und riß ein. Ihre Infanterie,zwölf bis dreyzehn hundert Mann stark, die in geschloßnen Gegenden stand, that nur eineeinzige elende Salve, und warf das Gewehr weg; man verfolgte sie bis nach demSchlosse Commines, von welchem eine Brücke über die Lys geht. Sie hatten einigeBagage und Proviantwagen bey sich, die ihnen von Lille Lebensrnittel zugeführt hatten,itzt aber die Verwirrung um ein Großes vermehrten. Es wurde beynahe die ganze In-fanterie und fast alle Officiers gefangen, und ihre Fahnen und die Gewehre, die sie zumTheil weggeworfen hatten, gefunden. Von der Cavallerie, die aus tausend oderzwölf hundert Pferden bestand, entkamen drey bis vier hundert mit dem Prinzen selbstnach Mres, und hundert bis hundert und fünfzig nach Lille.
Weil fast ein jeder gern das seinige sagt, ob es auch gleich zum Schaden seiner Par-they gereicht, so sagten viele Gefangne, daß Wem unbesetzt sey. Türenne hatte Anfangsim Sinne, Kanonen gegen das Schloß von Commines aufzuführen, änderte aber aufdiese Nachricht seinen Entschluß, als zugleich der Herr von Humieres die Versicherunggebracht hatte, daß es möglich wäre, gegen Wem mit Hoffnung zu unternehmen. Eswurde aber sofort ein Corps commandirt, um zu verhindern, daß nicht noch in derselbenNacht Truppen.von Armentieres auch sich einwürfen; denn es hatte die Garnison die-ses Platzes vor zwey Tagen von Aire und St. Omer Verstärkung erhalten, und konnteein großes Detaschement entbehren, da Tournay, so nur fünf Stunden davon abliegt,durch die Truppen des Prinzen alles schleunig genug zu ersetzen vermochte. Ueberdemhatte man einen Secretair vom Prinzen von Ligne gefangen, und bey demselben Briefevon Conde' gefunden, die den Tag und die Nacht vor dem Gefecht von Tournay ausdatirt waren, und beyde vom Marsch der französischen Armee längst der Scheide auf-wärts Nachricht gaben. Dies vermehrte allerdings die Besorgnisse wegen Verstärkungvon Wem; was aber damals verschiedne gesagt, daß Conde' dem Prinz Ligne gerathenhätte, über die Lys zurückzugehn, und einen Posten zu wählen, wo er in Wem sich
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