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Feldzug vom Jahr 1653.
den Entschluß, mit ganzer Armee dahin zu marschiren. Türenne ließ in Menin tau-send Mann Infanterie und fünf hundert Pferde, und schickte an den Herrn von Gassion,der von Deynse mit acht hundert Pferden zu dem Corps, so gegen Tournay stand, ge-stoßen war, den Befehl, Mit seinem ehmaligen Corps nach Oudenarde zu marschiren,weil das, was bisher darin lag, nun zu schwach wurde. Türenne selbst gicng geradenach Wem, und hinterließ den Befehl, daß alles bis auf die einzige Besatzung vonMenin und das Corps von Oudenarde mit der Bagage ihm folgen sollte. Die Armeekonnte nicht anders als spät im Abend vor Wem anlangen; zwölf bis fünfzehn hundertMann aber, die unter dem Herrn von Schomberg ehemals zurückgeblieben waren, umdie Plätze Vinoxbergen, Furnes und Dyrmuyden zu bedecken, hatten den Befehl, derArmee sich zu nähern, weil diese durch ihre Stellung nun selbst die Plätze bedeckte.Gleichwohl war der Marschall, als er zuerst vor Wem anlangte, ungemein schwach,und mußte es seyn, weil er zugleich Oudenarde, so nicht in Vertheidigungsstand war,und Menin, als seine einzige Passage über die Lys, zu behaupten beschlossen hatte. Alleinman erwartete zwey bis drey tausend Mann Infanterie, die man von dem Blocus vonHedin ohne Nachtheil wieder an sich ziehen konnte, und der Feind war nach dem Verlustder Schlacht von Duynkirchen, der letzten Affaire mit dem Prinz vonLigne, und so vielenandern kleinen Niederlagen in so üblem Stand, daß man es wagen konnte, auch einenbeträchtlichen Platz mit wenig Truppen zu attaquiren. Es fehlte Schanzzeug und Fou-rage; Türenne aber commandirte einige Regimenter Cavallerie, so viel sie könnten inden verlaßnen Häusern der Laudleute aufzusuchen, und am folgenden Morgen langtenalle Truppen an; der Marfchall umgab mit ihnen die Stadt, und die bequemsten Zu-gänge wurden so viel möglich verderbt.
Es war allerdings bekannt, daß der Prinz Eigne mit sechs bis sieben hundertPferden sich in den Platz eingeworfen; über die Zahl der Infanterie aber hatte man sichein wenig geschmeichelt, und glaubte, sie beliefe sich nur auf drey bis vier hundert Mann,obgleich, wie die Folge wies, wohl taufend bis zwölf hundert, jedoch fast lauter Miliz,darin standen. Man entschloß sich zur Belagerung, und Talon, Intendant von derArmee, wurde nach Duynkirchen und Gravelines geschickt, um Schanzzeug, Lebens-mittel und Geschütz beyzuschaffen, weil eine Armee, so das Feld halten will, nie so vielvon allem diesem führt, als eine Belagerung erfodert. Uebrigens war bey dem allendie Absicht des Marschalls nicht, Wem allein zu belagern, und mit seiner Eroberungden Feldzug zu beschließen, und Menin und Oudenarde dagegen aufzugeben; sondern eswar der Entwurf, alles zu behaupten, weil der Feind, wie er wußte, bey seiner itzigen
Schwäche