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Feldzug vom Jahr 1658.
der Mangel bis itzt noch groß war. Es wurden aber dieselben aus Frankreich überDuynkirchen und Upern geholt, und der Cardinal, erfreut über den guten Er folg, gabwillig seine Befehle.
Dieser Marsch der Armee nach der Scheide setzte die Feinde wieder in die vorigeVerlegenheit; Conde' verblieb von neuem zu Tournay; Dom Juan und der Marquisvon Caracene giengen nach Brüssel und Dendermonde, 'einem Platz zwischen Antwer-pen und Gent, wofür sie nicht wenig besorgt waren. Ein kleines Corps Truppe^, be-setzte die Dender, um Brüssel zu bedecken, und auf solche Art erwarteten sie, weil sienichts bessers vermochten, daß endlich die Jahrszeit die Armee des Königs zum Rück-züge zwange.
Diese stand aber anjetzt in einem Lager, wo beydes dies- und jenseits des Flussesdie Fourage in größtem Ueberfluß war, und das Brodt kam von Ppern nach Oudenar-de, und sodann aufwärts über der Schelde. Man fieng an, mit so grdßerm Ernstean der Befestigung von Oudenarde zu arbeiten. Der Herr von Rochepaire, ein Offi-cier von Einsicht und Fleiß, den der Marschall daselbst zurückgelassen hatte, sorgte füreine große Zahl Arbeiter vom Lande; und als der Chevalier Clairville, ein geschickterIngenieur, dahin gekommen war, wurden von ihm Arbeiten unternommen, deren Aus-führung, wie fast jedermann glaubte, vor dem Abmarsch der Armee unmöglich seynwürde. Gleichwohl gieng alles über Erwartung von statten, und man hatte außerden Soldaten mehr als tausend Landleute zur Arbeit; die Armee aber stand vier bis fünfStunden davon in gehöriger Entfernung, um die Arbeit zu bedecken, und dennoch dasbenachbarte Land nicht zu verzehren, wodurch die Besatzung im Winter hätte leidenmüssen. So verblieb die Armee an die vier Wochen in ihrem Lager. Tournay, woder Prinz Conde' mit zwey tausend Pferden und einiger Infanterie lag, und Courtray,wo gleichfalls ein großes Corps Cavallerie stand, waren nur drey und vier Stunden da-von entfernt, und es vergieng also beynahe kein Tag ohne kleines Gefecht zwischen Fou-rageurs und Partheyen, doch immer zum Vortheil der Franzosen.
Im Anfang des Novembers, als man spanischer Seits vernommen hatte, daßdie französische Armee zum Aufbruch bereit sey, begab sich Dom Juan und der Mar-quis von Caracene mit einem Corps Cavallerie von Gent aus nach Courtray, und hoff-ten, durch ihre Bewegung diesen Entschluß zu beschleunigen. Türenne aber hatte aufseiner Seite beschlossen, so lange als möglich in seinem Lager zu verbleiben, und sodannzum letzten über die Schelde zu gehn und Brüssel noch einmal sich zu nahen. Es warallerdings schon weit in dem Jahre, und auch die Witterung entgegen; der Wunsch
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