Feldzug vom Mr 1658. 26z
aber des Hofs, die Armee wahrend seiner Reise nach Lyon noch immer in Flandern zusehn, bewog den Marschall, seinen Feldzug so sehr nur möglich zu verlängern. Ergieng diesem gemäß über die Scheide, und erfuhr am Abend vor dem Uebergange, daßDom Juan zu Courtray angekommen sey. Es veränderte aber dies den gefaßten Ent-schluß nicht, sondern bestärkte ihn, damit Dom Juan um so eher gezwungen würde,nach Brüssel zurückzukehren. Mit Anbruch des Tages gieng die Armee über dieBrücken, und den Abend zuvor war bereits der Herr von Podwitz mit zwey tausendPferden und einigen Dragonern vorausgegangen, und hatte Befehl, die Denver zupassiren, die von Brüssel so wie von der Scheide nicht weiter als vier Stunden abliegt.Die Feinde hatten nur zwey oder drey Regimenter hinter dem Fluß, mehr um Nach-richt vom Uebergange zu haben, als in der Hoffnung, ihn zu verwehren. Der Herrvon Podwitz nahm ein Regiment Infanterie, das sich zurückzog, gefangen, und besetzteGrammont, so die Spanier von selbst verlassen hatten. Der Marschall, nachdem erdie Schelde passirt hatte, ließ die Infanterie und Bagage an dem Flusse, und gegenTournay, wo der Prinz von Conde' noch immer sich aufhielt, einige Cavallerie. Erselbst aber gieng mit einem Theile der Cavallerie nach Ninove, und schickte den Grafenvon l'Jslebonne mit zwey tausend Pferden und zwey hundert Mann Infanterie gegenAlost, um zu sehn, ob die Einwohner wohl dahin zu bringen wären, daß sie die Thoreöffneten. Als aber die Spanier zwey hundert Mann Infanterie in den Platz einge-worfen hatten, und die Bürger sich nun nicht mehr ergeben durften, schickte der Mar-schall an den Grafen von l'Jslebonne Befehl, wieder zurück nach Ninove zu kommen,weil es ohnehin beschlossen war, den Platz nicht zu behaupten, und der Marfchall beyeiner solchen Jahrszeit allerdings nichts unternehmen wollte, was ohne Nutzen war,und fehlzuschlagen Gefahr lief. Der November war schon über die Hälfte vorbey,und man hatte nicht mehr im Sinne, etwas zu unternehmen. Die Zeit, auf das Ero-berte sich einzuschränken, war da; und hätte man nach mehrerm getrachtet, so mußtenalsdann im Winter, wenn die Armee des Königs, wie nothwendig, zum Theil ausdem feindlichen Lande ausgerückt war, alle die Plätze, die keine förmliche Belagerungerfoderten, und nun auch nicht mehr entsetzt werden konnten, sofort in die Hände derFeinde zurückfallen, und mit ihnen gieng ihre Besatzung und die Ehre des Feldherrnverloren, der so übel seine Maasregeln getroffen hätte. Ob also gleich die Spanier ge-dachten, daß Türenne Ninove und Grammont zu behaupten gesonnen wäre, so war esdoch seine Absicht nicht, und er ließ nur so lange seine Truppen darin zurück, als dasGros der Armee in Gegenden stand, da sie dieselben unterstützen konnte. Ueberdem
hielt