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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug voml Ichr 1658.

hielt ers für nöthig, die Fourage dieser Oerter so viel möglich zu verzehren, damit dieFeinde entweder gar nicht, oder doch nur mit wenigen Truppen und großer Beschwerdeihr Winterquartier daselbst nehmen könnten. Endlich gab auch die Entfernung diesesCorps Cavallerie von drey bis vier tausend Pferden der Armee größre Bequemlichkeitzur Fourage, und schränkte im Gegentheil das Corps von Dom Juan und dem Mar-quis von Caracene zu Brüssel auf das äußerste ein, so daß diese sich kaum für sicher da-selbst hielten, und ihre Armee in eignem Lande mit eben so viel Sehnsucht als die fran-zösische auf die Winterquartiere hoffte, und, wenn die französische Armee endlich zurück-gieng, sie gegen die eroberten Plätze nichts zu unternehmen vermochten. Auch dieTruppen, so in Courtray und Tournay gestanden hatten, betraf der Mangel, und siebedurften weit mehr, als des Königs Armee, Flandern zu verlassen, und an der Maas,so wie diese in Frankreich, sich herzustellen.

Die Armee des Königs verblieb den ganzen November in dieser Gegend, undman arbeitete indeß zu Menin und Oudenarde mit ganzem Ernste, am fleißigsten aberan dem letzten Platze, wo der Marschall sieben bis acht hundert Pferde und zwey bisdrey tausend Mann Infanterie zur Besatzung zurückließ. Im Anfange des Decem-bers gieng die Armee bey Harlebeck wieder zurück über die Lys. Duynkirchen, Gra-velines, Vinopbergen, Furnes und Dyxmuyden waren so weit vom Feinde entfernt,daß man nur die gewöhnlichen Besatzungen für sie gebrauchte. Der König war nochzu Lyon, Türenne aber hatte die Erlaubniß, so viel und so wenig Truppen, als er fürnöthig erachten würde, in Flandern zu lassen, und den Rest nach Frankreich zu führen.Er ließ sieben bis acht hundert Pferde und fünfzehn hundert Mann Infanterie in Meninunter dem Marquis von Bellefonds; zwölf Compagnien von der französischen Gardeund sechs Regimenter Cavallerie marschirten nach Apres, und in allem verblieben hun-dert Compagnien Cavallerie und die Hälfte von der Infanterie auf ungefähr fünf tau-send Mann in den eroberten Plätzen. Den Rest der Armee führte der Marschall bisnach Etaire, und übergab sie daselbst an den Grafen von l'Jslebonne, den Prinzenvon Würtemberg und den Herrn von Coudray - Montpensier, um sie nach Frankreichzu führen. Er selbst kehrte nach Apern zurück, und verlieb daselbst bis zum Februar,worauf er den Herrn von Humieres zurückließ, nachdem der König diesem auf des Mar-schalls Bitte das Gouvernement vertraut hatte. Der Herr von Bellefonds blieb zuMenin , mit dem Befehl, auf Oudenarde ein wachsames Auge zu haben; der Herzogvon Schomberg auf Vinorbergen, Furnes und Dyrmuyden. Da die Gemeinschaftzwischen allen diesen Plätzen ohne Hinderniß frey war, so wurde auch das englische

Corps