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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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267
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Feldzug vom Jahr 1672. 267

und einige andre Platze wieder zu erobern, so die Holländer seit langer Zeit dem StifteCöln abgenommen hatten. Beyde Fürsten verbanden sich mit Frankreich zum Angriff,und übergaben ihm ihre Platze und Truppen; Nüys und Kaiscrswerth wurden bereitsim Winter von 1671 zu 72 mit französischen Truppen besetzt, und zu den großen Maga-zinen ersehen.

Der einzige Fürst des Reichs, der für Holland gleich bey dem ersten Schrittesicherklarte, war Friedrich Wilhelm, Churfürst von Brandenburg, der allen Erbie-tungen des französischen Hofs widerstanden hatte, und ob er gleich selbst nicht ohne An-sprüche gegen Holland war, doch Anfangs seine Vermittelung dem Könige von Frank-reich anbot, und, als diese nicht fruchtete, den Kaiser und das Reich zum Besten derRepublik aufrief.

Der andre Freund von Holland, der eben so früh sich erklärte, war Spanien,wo Beverning, ihr Gesandter, die Bemühung des französischen fruchtlos gemacht hatte,und die Regierung bewog, vorigen Bündnissen gemäß, die Holländer im Fall des An-griffs mit Truppen und Geld zu unterstützen. So änderte sich mit einmal das Systemvon Europens Höfen. Frankreich und Engelland, die so viel zur Rettung und Freyheitder Republik beygetragen hatten, wurden ihre Unterdrücker, und Spanien ihr Freund.Schweden aber trat nicht nur von der Triple-Allianz ab, sondern versprach auch, dasernder Kaiser oder die Fürsten des Reichs zum Vortheil von Holland sich waffneten, seine Im AprilArmee mit Frankreichs Armeen zu vereinigen. '672.

Die Staaten von Holland, die eine Zeitlang im Traume von Sicherheit gelebt,fiengen an, aus demselben zu erwachen, als ihre Abgesandten die Gesinnungen des Kö-nigs von Frankreich entdeckt hatten, und alle seine Unterhandlungen und Zurüstungengegen sie sich entwickeln sahen. Ihr Zustand war allerdings nicht ohne Gefahr, weilsie nach dem Geiste der Sparsamkeit, der den Republiken eigen scheint, ihre Truppenbis auf einzige fünfund zwanzig tausend Mann abgedankt, die ihnen gegen die Fürstenvon Deutschland sowohl als alle ihre Feinde hinlänglich geschienen hatten, weil sie beyjedem Misverständniß mit Frankreich oder Engelland hofften, daß überall eine von die-sen Kronen sie gegen die andere schützen würde. Es schien auch dies den Regeln der gesun-den Staatskunst gemäß, Frankreichs Unterhandlungen aber vernichteten ihre Hoffnung.

Johann von Witt, Pensionarius von Holland und Westfriesland,, regierte mitseinem Bruder, dem Ruard von Putten, den Staat, beydes Männer von außeror-dentlichen Gaben, ohne Eigennutz, doch nicht ganz ohne Leidenschaften. " Es warenSöhne eines von den holländischen Herren, die der Vater des itzigen Prinzen von Ora-

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