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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 1672.

nien, weil sie seinen Absichtelt entgegen waren, in das Schloß Louvestein gefangen ge-setzt hatte. Dies hatte die Witts zu unver söhnlichen Feinden des Hauses Oranien ge-macht , und die Erniedrigung desselben war von dieser Zeit an ihr beständiger Vorwurf.Im Jahr 1667 wurde von allen Staaten das ewige Edict beschworen, nach welchemdie Statthalterschaft weder von einer noch mehrern Provinzen von nun an niemandenmehr vertraut werden sollte. Man erhielt kein öffentlich Amt, ohne dies Edict beschwo-ren zu haben, und der Prinz von Oranien sah sich durch die Umstände gezwungen, esin seinem siebzehnten Jahre mit eignem Eide zu bekräftigen. Gleichwohl wurde erauch nach diesem noch von allem entfernt, und er hatte bereits das ein und zwanzigsteJahr erreicht, ehe das geringste für ihn geschehn war. Der König von Engelland,seiner Mutter Bruder, hatte ihn öfters den Staaten empfohlen, aber so ganz ohne Er-folg, daß der Prinz in den Angelegenheiten der Republik nicht mehr Gewicht hatte, alsirgend ein Privatmann, für die Zukunft aber keine andre Hoffnung, als die Liebe derProvinz Seeland, in welcher das Haus Oranien wegen seiner erblichen Güter dasHaupt der Ritterschaft ist.

Dies war der Sache Stand, als die Könige von Frankreich und Engelland derRepublik den Krieg ankündigten, der für den Prinzen eine günstige Gelegenheit znr Er-hebung zu seyn schien, weil Geburt und Größe des Geistes ihn beyde zu den höchstenStellen und den größten Unternehmungen beruften, und der erste Schritt, den er zumBesten des Staats unternahm, war, der Republik seine Vermittelung bey dem Königvon Engelland anzutragen. Die Staaten, die nichts sehnlicher wünschten, als ohneKrieg zu entkommen, ergriffen das Erbieten mit Freuden; und obgleich die Unterhand-lung mislang, so hatte doch der Prinz so viel Weisheit und reife Beurtheilungskraft inderselben gezeigt, daß viele von Stund an darauf dachten, ihm die Aemter wieder zuvertrauen, durch deren Verwaltung feine Vorfahren die Republik zum freyen Staat ge-macht hatten. Witt hingegen widersetzte sich diesem Vorsätze in der Versammlung derStaaten ganz offen, und zeigte in seiner Rede die Gefahr, so wichtige Aemter dem Für-sten eines Hauses zu vertrauen, dessen Absichten gegen die Freyheit der Republik so be-kannt waren; überdem aber wäre itzt ein Mann von Erfahrung nöthig, und nicht einPrinz, der noch nie den Degen gezogen hätte. Von allen sieben Provinzen war nurdie einzige Provinz Holland der Meynung ihres Pensionairs; die andern ernennten ihneines Sinnes zum Generalcapitain ihrer Truppen, und diesen folgte endlich auch Hol-land, durch die Herren von Obdam und Celidreck, aus dem Haufe Waffenaer, gewon-nen, das dem Prinzen gewogen, und in der Provinz von großem Ansehn war. Doch

hatte