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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 1672.

hatte der Pensionate noch Gewicht genug, um ein Edict zu erneuern, so nach dem Ab-leben des Prinzen von Oranien gegeben worden, daß die Chargen vorn Generalcapitainund Gouverneur keiner Provinz zusammen vereinigt seyn dürften, und der Prinz be-schwor bey Annahme des Amts als Generalcapitain diese Bedingung.

Indeß aber stellte man in dem Innern des Landes einige Werbungen an, dieman jedoch allerdings der Macht des Königs von Frankreich nicht gewachsen hielt, unddaher an verfchiedne Fürsten in Deutschland Gesandten schickte, um mit ihnen wegenihrer Truppen zu unterhandeln. Weil aber die meisten von ihnen selbst noch nichtwußten, wen das Ungewitter bedrohte, und keiner sich zu entwaffnen wagte, so er-hielten bey so dringender Gefahr die Ausländer, die in die Dienste der Republik tra-ten, die vortheilhaftesten Bedingungen. Ihre Generale waren der Prinz von Ora-nien als Generalcapitain; Prinz Moriz von Nassau, und Würz ein Deutscher, derschon vorhin der Republik große Dienste geleistet, als Feldmarfchalls; der alte RheingrafGeneral von der Cavallerie; der Herr von Svilenstein von der Infanterie; Montbaöund Sternhuysen als Generalcommissairs von der Cavallerie; Kirpatrick und derGraf von Styrum als Generalmajors. Gegen Ende des Feldzugs trat der Graf vonWaldeck als dritter Fekdmarfchall in Dienst. Der Prinz von Oranien warb ein Regi-ment Garde Infanterie, das sodann die Staaten mit einem Regimente Garde zu Pfer-de und Dragoner vermehrten, ein Corps, das auf vier tausend Mann sich belief, undnoch itzt zur Nachahmung der Haustruppen des Königs von Frankreich die Hanstrup-pen des Prinzen von Oranien genennt werden. Außerdem erwartete man noch beträcht-liche Hülfe auf die Zukunft von Dänemark, Deutschland und der Schweiz. Daszweyte Augenmerk war die Flotte, deren Ausrüstung um so nothwendiger war, weilauf der Seeseite alles offen stand, und daher ohne Flotte eine Landung entscheidendwerden konnte. Ruyter als Admiral, und Cornelius von Witt im Namen der Gene-rakstaaten, gierigen in See mit einer Flotte von ein und siebenzig Kriegsschiffen , neun-zehn Brandern, vier Fregatten und achtzehn Advisen, mit siebenzchn tausend Matrosen,zwey tausend Soldaten und drey tausend acht hundert Stücken bemannt.

Wie schwach nun auch die Landmacht der Republik war, so hielt man doch An-fangs sich durch die Ströme und die so zahlreichen Festungen des Landes, vor allmaber durch Maestricht gesichert, wo eine Besatzung von zehn tausend Mann lag,und dessen Eroberung man für unmöglich, und gleichwohl für den einzigen Weg hielt,auf weichern der König von Frankreich in Holland eindringen könnte. Johann von Merian>Witt hatte vergeblich den Vorschlag gethan, ehe die französische Armee ins Feld rücken

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