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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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272
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Feldzug vorn Jahr 1672.

ter stützt hatten. Es wahrte der Streit den ganzen Tag, ob man sich gleich ein nnddas andre mal erholte. Um Mittag verlor der Capital» Bois durch eine unglück-liche Kugel die linke Hand, und Nachmittags verfiel der Capitain Nees, wie auch nachSonnenuntergang drey Kauffartheyschiffe und eine Flüte den Engländern in die Hand,mit welchen dieselben in der Nacht abwichen, und die Holländer, die nun den Canal pas-sier waren, nicht weiter verfolgten, so daß alles andre gerettet in dem Hafen der Staa-ten zu einer Zeit anlangte, da diese Hülfe ihnen so wesentlich war.

Merlan, wo Unmittelbar nach diesem Gefechte machten die Könige von Engelland und Frank-

die Doku. reich am 7ten April an einerley Tage die Kriegserklärung gegen Holland kund, Cölnmente. E Münster erst gegen Ende des Mays. Der Vorwand der englischen war, die Zu-rückhaltung ihrer Unterthanen in Surinam, das verweigerte Recht der Flagge und dieübermüthiger: Denkmale und Medaillen der Holländer. Der Vorwand der französischenwar kein anderer, als die beleidigte Ehre des Königs. Cöln wandte Rheinbergen vor,und Münster vielfachen alten Streit und Beleidigung.

Merlan, Die Macht von Frankreich zu Lande bestund aus mehr als hundert und fünfzig

Ouerr^ä' Mann, und nachdem der größte Theil zu Charleroy an der Sambre sich versam-

melt hatte, verließ am 25sten April der König mit seinem Bruder, dem Herzog von Or-kans, St. Germain, und erreichte am 2ten May die Armee, so zu Charleroy diesseitsund längst der Sambre campirte. Der Herzog von Orkans als Generalissimus, undTürenne als Capitaine-General, dienten unter der Armee des Königs; der Prinz vonConde' versammelte eine zwote Armee bey Sedan, und der Marquis von Chamilly führ,te das Commando der Truppen, die den Winter durch im cöllner Lande zugebracht hat-ten. Die Marschälle Humieres, Bellefonds und Crequy, die sich geweigert hatten,als Marschälle unter Türenne zu stehen, nachdem ihn der König als Capitaine-Generalüber die Marschälle von Frankreich erhoben hatte, wurden exilirt, und nicht eher wiederzu Gnaden aufgenommen, als bis das ganze Corps der Marschälle von Frankreich»sie gebeten, und eine Erklärung von sich gestellt hatte, daß sie ohne Verletzung der Vor-rechte ihrer Charge dem Willen des Königs sich unterwerfen könnten.

Es waren der Wege, in Holland einzudringen, zwey: die Maas, oder derRhein; und die Meynungen beydes der Minister und der Generale waren getheilt: dieeinen verlangten Maestricht zu belagern, um von der Maas Meister zu seyn, einen Was-fenplatz an derselben zu haben, in das holländische Brabant einzurücken, und die Ver-einigung der Spanier mit den Holländern dadurch unmöglich zu machen; die andernhielten das Unternehmen für zu schwer, um es zu dem ersten Schritte des Krieges zu

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