Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
298
JPEG-Download
 

298 Feldzug vom Jahr 1672.

Staaten übernahmen die Hälfte in ihren Sold; *) keine von beyden Partheyen solltefür sich allein Frieden zu schließen befugt seyn, die Armee aber in Westphalen sich ver-sammeln. Durch Vermittelung des Churfürsten, der den Statthalter der Mark undFeldmarschall feiner Armee, Fürst Georg von Anhalt, nach Wien zum Kaiser geschickt,trat dieser anrüsten Iunius dem Bündnisse bey, und versprach, in Zeit von zwey Mo-naten ein Corps von zwölf tausend Mann, das in der Folge auf sechzehn tausend erhöhtwurde, mit den brandenburgischen Truppen zu vereinigen. Beyde Höfe bemühten sich,auch die andern Fürsten Deutschlands zum Beytritt zu bewegen; noch aber schien keinergesonnen, eine Erklärung zu wagen, und der Kaiser und der Churfürst beschlossen, dasWerk allein zu unternehmen.

Die Armee des Churfürsten versammelte sich zu Halberstadt, und ein Theil der-selben gieng nach den westphälischen Landen voraus; der Churfürst aber kam den iztenAugust zu Halberstadt an, wo mit Ende des Monats auch der Graf von Montecuculimit dem kaiserlichen Corps, das zu Eger seinen Sammelplatz gehabt, eintraf, und mitihm zugleich der Herzog von Lothringen mit einigen Regimentern. Ob nun gleich hieraufin dem Kriegsrathe zu Festsetzung der künftigen Operationen der Churfürst von Bran-denburg allerdings sich erinnerte, daß er in Westphalen der Republik beyzustchen ver-sprochen: so hatte doch während der Zeit, da er das Bünduiß unterzeichnete, derStand der Sachen dergestalt sich geändert, daß, nachdem der Rhein und die Assel mitallen ihren Platzen verloren gegangen war, durch buchstäbliche Erfüllung, wenn, demVersprechen zufolge, die kaiserlichen und brandenburgischen Truppen in Westphaleneingerückt wären, bey der dortigen vielfachen Überlegenheit der französischen Armeen,die Zahl und Ströme und Platze zu ihrem Vortheile hatten, die Deutschen sich und dasGanze würden aufs Spiel gesetzt haben. Diesemnach wurde beschlossen, das Wesent-liche des Entwurfs durch andre Wege auszuführen; und weil Cöln, das die Franzosenbisher noch nicht besetzen können, den entscheidenden Vortheil gewähren konnte, Frank-reichs Armeen in Holland von Frankreich abzuschneiden, sich selbst aber über Masirichtund die spanischen Niederlande die Gemeinschaft mit der Armee der Staaten zu öffnen,so war allerdings das Absehen der deutschen Generale darauf gerichtet. Weil aber dergerade Weg den Gefahren einer Schlacht bloß stellte, die man für itzt zu vermeiden

Ursache

*) Die Staaten zahlten zur Aufrichtung dieser Regiment Infanterie zu taufend Mann in zehnArmee 222000 Rcichskhaler, und sodann für jedes Compagnien 4104 Rthlr.; für jeden Stab 210Regiment Cavallerie zu fünf hundert Pferden in Rthlr.; für die Artillerie und vcrfchicdne Ausga-füufCompagnicu monatlich 4767 Rthlr.; für jedes bcn 14841 Rthlr.