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Feldzug von: Jahr 1672.
Ursache hatte, und gleichwohl der Uebergang des Marschalls Türenne bey Wesel überden Rhein mit derselben bedrohte, so wurde beschlossen, einen Umweg zu Wahlen undCoblenz sich zu nahen, wodurch man nicht nur Frankreichs eigne Unternehmungen vonCöln abzulenken gedachte, sondern auch die Churfürsten am Rhein, und mit ihnen diePassage von Coblenz gewinnen wollte, so daß, wenn es gelang, Cöln gewonnen, Frank-reichs Gemeinschaft mit feinen Armeen erschwert, und die Gemeinschaft der deutschenAlliirten mit den Staaten eröffnet werden könnte. Die Armeen brachen auf, undrückten durch die Landgrafschaft Hessen gegen Frankfurt am Mayn, wo sie zu Anfangedes Octobers anlangten, und bey Bergen das Lager aufschlugen.
Kaun: hatten Frankreichs Gesandte den Ernst des kaiserlichen und berliner Hofsihrem König zu wissen gemacht, als mit einmal der ganze Entwurf des Kriegs und mitihm die Vertheilung der französischen Generale und Armeen sich änderte. Türenneüberkam das Commando in Deutschland , und weil seine Armee durch die so zahlreichenBesatzungen sich aufs äußerste vermindert hatte, so erhielt ein Corps von dem, wasbisher die Bloquade von Mastricht formirt, Befehl, zu ihm zu stoßen; und gleichwohlsagt man, daß Anfangs die ganze Armee aus nicht mehr als zwölf taufend Mann be-standen. Mit dieser gieng Türenne den Deutschen entgegen, und passn te am lotenSeptember bey Wesel den Rhein; weil aber die Bewegungen der Feinde ihre Absichtnoch nicht völlig erklärtest, so wandte er sich gegen Essen und die Grafschaft Mark, undhoffte, nachdem Wesel, Emmerich und Rees hinlänglich versehen worden, ihren Un-ternehmungen beydes gegen Westphalen und Cdln zuvorzukommen. Dieser in Be-tracht der Schwäche seiner Armee so kühlte Marsch war es vielleicht, der die Deutschenzwang, ihre Absichten auf Cöln durch Umwege zu erreichen; und Türenne, als er dieEntwürfe auf Westphalen und den untern Rhein aufgegeben hatte, und sie gegen denobern sich wenden sah, folgte nach erhaltner Verstärkung von vier tausend Mann ihnennach, und lagerte sich bey Nassau an der Lahn, zu eben der Zeit, da die Deutscheit beyBergen und Frankfurt campirten. Der Prinz von Conde', der von seiner Wundegenesen war, wurde von Flandern abgerufen, und versammelte zu Metz eine Armee vonachtzehn tausend Mann, um Elsaß und den obern Rhein zu bewahren; der Herzogvon Düras *) stand mit einem Corps an der Maas, und Luxemburg und Lorgeö be-haupteten sich in den holländischen Eroberungen.
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*) Chamilly gieng, um feine Gesundheit wieder zu erhalten, nach Spaa, und starb, worauf der Her«jog von Düras sein Commando übernahm.