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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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308
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ZO8 Feldzug vom Jahr 1672.

trennt geschahen, beschloß der Prinz von Oranien, Woerden anzugreifen, das bey deritzigen Lage beyden Partheyen ein äußerst wichtiger Posten war, weil er nicht nur Utrechtbedeckte, sondern auch, sobald der Frost vom Winter gekommen, Eingang inHolland gab, und alle das Land, das überschwemmt war, bedrohte. Noch hatte derPlatz keine Außenwerke, und das ganze Laich um ihn herum war überschwemmt, sodaß es nur auf Dämmen dahin zu gelangen möglich war, und der Prinz von Ora-nien, wenn er auf ihnen sich verschanzt, allerdings Hoffnung hatte, den Platz erobernzu können, ehe diese Verschanznngen formt würden. Die Besorgnisse, die seilte An-stalten gaben, konnten Nacrden, Crevecoeur, Bommel, Amersfort und Woerdensämmtlich bedrohen, so daß die Aufmerksamkeit des Herzogs von Luxemburg überallgetheilt war. Die Holländer standen mit einer beträchtlichen Macht zu Wesep, undes führte ein Damm von Graveland aus bis nach einem Bogen, den die Vecht zwischenHinderdam und Wesep formirt, und der Prinz von Oranien hatte diesen Damm anverschiednen Orten verschanzt. Er hatte bereits am zten October einen, wiewohl ver-geblichen, Versuch gegen Naerden gethan; und als nach demselben dennoch das Grosder Truppen zu Muyden und Wesep verblieben, und von Schoonhoven und Godegravenicht nur ein Corps Infanterie, sondern fast ihre ganze Cavallerie anlangte, so hieltder Herzog von Luxemburg dafür, daß sie im Sinne hätten, gegen Naerden, die Ebnenhinter Utrecht und Amersfort zn unternehmen. Weil es ihm nun bey diesen Umstän-den vortheilhafter schien, die Feinde am Ausgange des Deftlees über den Damm, densie passiren mußten, zu erwarten, den Ansgang des Defilees mit Infanterie zu sperren,und die Ebne im Rücken für seine Cavallerie zu bewahren, als statt dessen die Feindeselbst in die Ebne zu lassen, und mit gleichen Vortheilen des Terrains zu fechten, sobrach der Herzog am Mi October mit einem Corps von vier tausend Mann Infanterieund seiner gestimmten Reuterey nach Graveland auf. Diesen Flecken schützt zu seinerLinken ein Canal, der in die Vecht sich ergießt, und dessen Brücken abgebrochen wa-ren, und nach nichts als tief überschwemmtem Lande führten, so daß es den Feindenunmöglich war, anders als auf dem erwähnten Damme gegen das französische Corpsanzurücken. Der Herzog verblieb, nachdem er alle Vorsichten genommen hatte , vom8ten bis gegen den loten in dieser Stellung, ohne weitre Begebenheit, als daß einigeder feindlichen Wachen auf dem Damme angegriffen und formt wurden. Indeß sahman die Wasser der Ueberschwemmung von Tag zu Tage sich mindern; und als dadurchalles Land, das bisher sicher gewesen, schutzlos, und die Defileen offen Land gewordenwaren, so hatte der Herzog bereits feinen Posten zu verlassen beschlossen, als marr aM

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