Feldzug vorn Jahr 1672. zrz
melpftnnig und vier hundert Gemeine blieben auf dem Platze, und vier hundert undfünfzig Gemeine, neun Stück und dreyßig Fahnen wurden gefangen und erbeutet.
Der Herzog von Luxemburg verfolgte die Feinde bis zu der Vorstadt von Woer-den, wo sie die Gassen und Zugänge mit spanischen Reutern gesperrt hatten, die vonneuem einen Entsatz einzuwerfen verboten; und als der Herzog auch diese zu forcirenbefahl, fand er die Soldaten der Gefechte ssatt. Alles war von Haupt zu Füßen naß,die Musqueten außer Stand, der Officiers so viele todt und verwundet, und in denverschiednen Posten, die man besetzen müssen, vertheilt, daß er auch nicht mehr alsfünf oder sechs zum Angriff finden konnte. Es war der General, Graf von Hör»,, derauf Seiten des Feindes die Sache hier herstellte, und der Herzog von Luxemburg sahsich gezwungen, die Ankunft der Truppen des Herrn von Genlies zu erwarten.
Indeß gebot der Herzog den Officieren, ihre Corps zu sammeln, und en bamillezu stellen, so dann auch, weil die Soldaten durch die Beute wieder Muth gewonnenhatten, Anfangs zeitig genug geschah; aber in der Folge ward es unmöglich, sie zusam-menzuhalten, und sie zerstreuten sich in die Häuser, um Dach und Feuer zu finden.Der Herzog verblieb fünf Stunden lang in nämlicher Stellung in großer Unruhe überdie Verspätung feiner Truppen, wovon er keinen Grund noch Nachricht wußte, undin noch weit größerer Furcht, daß die Feinde diese Zeit nützen möchten, ihre Verfchan-zungen zu vollenden und neue Truppen an sich zu ziehen. Die spanischen Reuter wa-ren sämmtlich durch die nahen Häuser beschützt, und es blieb mehr als ein Postenzu forciren.
Indeß wurden einige der nächsten Häuser, die am meisten schaden konnten, an-gezündet, und man fieng an, mit sechs eroberten Stücken gegen dieselben zu feuern, alsendlich dieser Stand, und wie zu vermuthen, die Nachricht von der Ankunft der Trup-pen des Marquis von Genlies, die Feinde zum Rückzug vermochte. Der Graf vonHorn, der sich bisher so standhaft behauptet hatte, zog sich über Linskote nach Oudewa-ter, und der Prinz von Oranien mit dem Gros nach Bodegrave. Wahrend desRückzugs erschienen zur Rechten der französischen Posten einige feindliche Bataillons,die der Prinz von Oranien von der Seite von Bodegrave zur Bedeckung des Rück-zugs sich nähern ließ, und die auch so vollkommen ihre Absichten erreichten, daß derHerzog nichts weiter unternahm, und auf eigne Sicherheit bedacht war, bis endlich vondem Gouverneur die Nachricht, daß er frey sey, ankam.
Es war dies Gefecht ein Zeuge von dem Muthe und dem schnellen Entschlüssedes Generals, wie der Truppen. Der Verlust französischer Seits an Verwundeten und
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