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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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315
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Feldzug vorn Jahr 1672. ^5

Posten von Holland, übergab Muyden und Wesep dem Prinzen Moriz von Nassau;Bodegrave dem Grafen von Königsmark; Goriverwelle und Oudewater dem Grafenvon Horn; Schonhoven dem Marquis von Westerloo, und Gorcum dem Feldmar-schall Würz. Der Rest der Armee versammelte sich am 7ten November zu Rofendael,und am uten stand der Prinz mit achtzehn taufend Mann Cavallerie, zwey taufendDragonern und zehn taufend Mann Infanterie zu Mastricht. Der Entwurf, so aufCharleroy gerichtet war, wurde mit dem Entfatze der Bloquade von Mastricht undeiner Unternehmung gegen das Corps des Herzogs von Düras in dortiger Gegend sogut bedeckt, daß man französischer Seits das ganze Augenmerk dahin lenkte, Mafeykund Tongres für das allein bedrohte ansah, und selbst dem Gouverneur von Charleroy,General von Montal, den Befehl schickte, feine Festung zu verlassen, um mit einemUeilwn Corps dem Feinde beständig zur Seite zu bleiben, und in den Platz, der ange-griffen würde, sich einzuwerfen. Die Spanier, so die Hoffnung gehabt hatten, denAnfang des Kriegs mit der Niederlage des Dürafsifchen Corps und der Eroberungeiner so wichtigen Festung zu machen, stießen ohne Kriegserklärung mit zehn taufendMann unter den Generalen Marfin, Vaudemont und Solms zu der Armee der Staa-ten; Düras aber, der auf solche Art zwischen zwey Feuer zu kommen Gefahr lief, hattebey Zeiten die Besatzung von Mafeyk und Tongres verstärkt, und gieng auf einer Schiff-brücke über die Maas; doch blieb ihm keine andre Netraite über, als nach dem cölnerLande, weil die andern Wege nach Frankreich sämmtlich gesperrt, und gegen Hollandso große Ströme zu passiren waren. Er lagerte sich diesen Umständen gemäß zu Was-semberg hinter der Ruhr, einem Posten, wo er die Verstärkung, die ihm von der Ar-mee des Herzogs von Luxemburg kam, an sich ziehen konnte, und zugleich die Hoffnungbehielt, wenn man gegen ihn anrückte, den Rhein und die Armee des Marfchall-renne erreichen zu können. Der Prinz von Oranien, der bereits zuvor zu Navaigneeine Schiffbrücke über die Maas geschlagen hatte, gieng in Eil über, um das Dürassi-sche Corps zu erholen; weil aber dieses die Vorsicht gebraucht, eine Brücke über dieRuhr sich zu bewahren, um jenseits Partheyen ausschicken zu können, und die ganzeCavallerie beständig gesattelt und alles in Bereitschaft behielt, so entkam das Corpsglücklich, obgleich die Truppen der Staaten und Spaniens die Ruhr zum Angriff dessel-ben passirt hatten. Nach dieser fehlgeschlagnen Hoffnung, und da während derselbendas Schloß Fauquemont an den Grafen von Waldeck sich ergeben und geschleift wor-den, gieng der Prinz von Oranien wieder über die Maas, und nahm den Weg gegenTongres, das berennt ward, um den Herrn von Montal dahinein zu locken, der auch

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