Feldzug vom Jahr 1672. 525
unter der rothen Flagge; Gent, so dLe Arriergarde hatte, nnt den Schiffen von Am-sterdam auf den Admiral der blauen Flagge, Grafen von Sandwich.
Das Gefecht nahm den Anfang mit den Fries- und Grönländern und den Fran-zosen, und es erzeigten sich die Franzosen Anfangs äußerst muthig, und als wenn sie ihreFeinde übersegeln und in einem Sturme über den Haufen werfen wollten; als dieseaber standhaft verblieben, und fest in einander geschlossen entgegenrückten, verloren dieFranzosen den Muth, und retteten sich mit der Flucht nach dem Canale. Man glaubtsogar, daß ihr Admiral sich zu schonen Befehl gehabt, und die Engländer geriethendadurch in die größte Gefahr des Untergangs, wenn nicht die Windstille, die Segel zugebrauchen, gehindert hätte. Die Escadern von Ruyter und dem Herzog von Pork,die einander gegenüber waren, geriethen dadurch iu eine heftige ununterbrochne Kanona-de, wo man doch bemerkt zu haben glaubt, daß das Geschütz der Holländer weit besserals das englische bedient worden, weil diese zum Theil wider Willen, jene für Haus undVaterland fochten. Das Schiff St. Michael, auf welchem der Herzog von Porkwar, wurde durch den Admirallieutenant Ruyter auf seinem Schiffe, die sieben Provin-zen genannt, dergestalt beschossen und übel zugerichtet, daß der Herzog genöthigt ward,sich mit der Admiralsflagge, so von dem großen Mäste weggeschossen worden, auf dasSchiff London zu retten, aus welchem er die rothe Flagge wieder wehen ließ. Cor-nelius von Witt, der Ruart von Putten, stellte auf Admiral Ruyters Schiff die Sou-verainität des Staats mit großer Pracht vor, und von den zwölf Hellebardirern, die ihmzur Wache zugeordnet waren, blieben drey todt, und drey wurden verwundet.
Der Admirallieutenant Gent, der zu Anfange des ersten Misverständnisses mitEngelland schimpflich die Flagge für die Engländer zu streichen gezwungen werden sollen,hatte zu siegen oder zu sterben beschlossen, führte seine Escadre hart an Veit Feind, undBegann den Angriff tapfer, wurde aber nach halbstündigem Gefecht von einer Kano-nenkugel gefällt, so sein Capitain Panhuysen an die Herren Witt und Ruyter wissenließ, darauf ihm befohlen ward, solches in der Stille zu halten, und mit seinem Schiffefür des Vaterlands Wohlfahrt weiter zu fechten. Nicht lange hernach wurde auchdem Capitain das Bein abgeschossen, und so blieb auch der seeländische Viceadmiral,Cornelius Everts. Lord Sandwich, Admiral von der blauen Flagge, wurde von demtapfern Seemann Bracke!, der acht Stunden lang mit ihm gefochten hatte, an denBord gelegt, worüber des Hauptmann Brackels Schiff dergestalt übel zugerichtet wur-de, daß es nach Seeland, um sich wieder auszubessern, gehen müssen; das Schiff aberdes Lords, Royale James, wurde durch einen Brander, den Johann Daniels com-
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